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MIES CAPSULE 1: Lu Yang x Rudolf Belling

23.05.2023 bis 18.06.2023
Neue Nationalgalerie

Die Neue Nationalgalerie präsentiert mit „MIES CAPSULE“ eine neue Ausstellungsreihe in der oberen Halle des Mies van der Rohe-Baus. In der Holz-Garderobe setzen ab sofort wechselnde, fokussierte Ausstellungen aktuelle gesellschaftsrelevante Themen und Diskurse in Dialog mit der Sammlung. Den Start macht eine Gegenüberstellung von Lu Yang und Rudolf Belling.

Die Frage, was es bedeutet ein Mensch zu sein, ist heute allgegenwärtig. In einer Zeit, in der technischer Fortschritt die Illusion einer Weltverbesserung suggeriert und sich Futurismus und Utopie zu einer unkontrollierbaren Katastrophe hinbewegen, reflektieren Lu Yangs Videoinstallation „Digital Alaya“ (2022) und Rudolf Bellings Skulptur „Organische Formen (Schreitender Mann)“ (1921) das Verhältnis von Mensch, Technik und Maschine. 

Videoinstallation „Digital Alaya“ von Lu Yang

Die 3D-Animationen und Installationen Lu Yangs verwenden Strategien aus (Neuro-)Wissenschaft, Religion, Psychologie, Medizin, Games, Popkultur und Musik, um der Frage der Bedeutung des Menschseins im 21. Jahrhundert nachzugehen. Dabei stellt Lu Yang grundlegende Fragen zur Beziehung zwischen Körper und Bewusstsein, Spiritualität und Wissenschaft, Technologie und den Grenzen des Menschen.

In vielen Arbeiten setzt Lu Yang seinen eigenen Körper ein und unterzieht ihn unzähligen Experimenten, die die Vermehrung, den Zerfall oder die Sezierung des Körpers zu inszenieren versuchen. Die Figur DOKU ist eine digitale Hülle, ein virtueller Mensch, benannt nach der Redewendung „Dokusho Dokushi“, was so viel bedeutet wie „Wir werden allein geboren und wir werden alleine sterben.“ Lu Yang hat über zwei Jahre lang an den digitalen Assets für diesen nicht-binären Avatar gearbeitet und betrachtet die Figur als Reinkarnation seiner selbst in einem digitalen Paralleluniversum. 

Skulptur „Organische Formen (Schreitender Mann)“ von Rudolf Belling

Rudolf Belling zählt zu den bedeutendsten Bildhauern der klassischen Moderne in Deutschland und gilt als Wegbereiter der abstrakten Skulptur. In seinen Werken zeigen sich Einflüsse aus Expressionismus, Futurismus, Konstruktivismus und Neuer Sachlichkeit.

Eine Neu-Auslotung des Masse-Raum-Verhältnisses in der Skulptur ist ein Leitmotiv in Bellings Schaffen, das in der Arbeit „Organische Formen (Schreitender Mann)“ klar zum Ausdruck kommt. Sein Anliegen, Raum in Körperlichkeit zu integrieren, entsteht durch das spannungsvolle Wechselspiel von organisch gerundeten Formen, kontrastiert mit abstrahierten Körperteilen wie zu Greifwerkzeugen geformten Händen oder einem zylinderförmigen Phallus. Die aufsteigende Spiralbewegung der Figur, deren Oberkörper in einer starken Seitendrehung begriffen ist, unterstützt ein dynamisches Moment in der Skulptur und wirkt futuristisch. Durch die Versilberung der Bronze erzeugt Belling Assoziationen an moderne Roboterfiguren, die das damals präsente Thema der Mechanisierung des Menschen reflektieren.

Über Lu Yang

Lu Yang (1984, Shanghai) lebt und arbeitet in Shanghai und Tokio und wurde 2022 zum „Artist of the Year“ der Deutsche Bank gekürt. Lu Yangs Arbeiten werden aktuell in Einzelausstellungen wie der Kunsthalle Basel und bei Oi! Street Art Space in Hong Kong gezeigt. Lu Yang hatte Einzelausstellungen in internationalen Institutionen wie M Woods, Peking, dem MOCA Cleveland, der Zabludowicz Collection, London, dem Mori Art Museum, Tokio und dem Kunstpalais Erlangen. Lu Yang hat u. a. an den Gruppenausstellungen „The Milk of Dreams“ auf der Biennale di Venezia, CCA Tel Aviv, ICA, London, dem Centre Pompidou, Paris und dem Fridericianum, Kassel teilgenommen.

Über Rudolf Belling

Rudolf Belling (1886, Berlin – 1972, Krailling) begann 1905 eine Ausbildung als Modelleur für Kunstgewerbe, Kleinplastik und Bildhauerei. Seit 1909 erhielt er Aufträge als Theaterdekorateur für die Reinhardt-Bühnen. Zwischen 1910 und 1915 studierte er bei Peter Breuer an der Kunstakademie Berlin-Charlottenburg, bevor er 1918 Mitglied des Arbeitsrats für Kunst und Mitbegründer der Novembergruppe wurde. Es folgten diverse Ausstellungen in Deutschland; 1924 hatte er die erste Einzelausstellung in der Nationalgalerie in Berlin. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurden seine Werke aus öffentlichen Sammlungen entfernt. 1937 emigrierte er in die Türkei, wo er vermittelt durch Hans Poelzig Leiter der Abteilung Bildhauerei an der Kunstakademie Istanbul wurde. 1955 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen, er kehrte jedoch erst 1966 nach Deutschland zurück und lebte bis zu seinem Tod 1972 in Krailling bei München. 

Kuratorisches Team

„MIES CAPSULE 1“ wird kuratiert von Klaus Biesenbach, Direktor, Joachim Jäger, Stellv. Direktor und Lisa Botti, Assistenzkuratorin, Neue Nationalgalerie. Die Reihe wird mit wechselnden Kurator*innen fortgesetzt.


Eine Sonderpräsentation der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin

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