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60. Jubiläum der Auffindung des „Elches vom Hansaplatz“

11.05.2016
Neues Museum

Am 16. Mai 2016 jährt sich zum 60. Mal die Auffindung des sog. „Elches vom Hansaplatz“. Das vollständig erhaltene Skelett eines Breitstirnelches wurde 1956 beim Bau der U-Bahn-Linie G (heute U9) in Höhe des Hansaplatzes im Stadtteil Berlin-Mitte entdeckt und geborgen. Im Museum für Vor- und Frühgeschichte wurde das Elchskelett wieder zusammengesetzt und ist seit der Wiedereröffnung des Neuen Museums 2009 eines der größten und beliebtesten Objekte im Saal der Steinzeiten.

Die Auffindung in späteiszeitlichen Schichten lässt ein beträchtliches Alter des Elches vermuten. Er trägt ein kapitales Schaufelgeweih, das eine Spannweite bis zu 1,50 m und ein Gewicht von 20 kg erreichen kann. Während bei anderen Hirscharten der Geweihansatz, die sog. Rose, nach oben zeigt, ist diese beim Elch zur Seite gerichtet. Die maximale Körperlänge von 2,70 m ist im Verhältnis zu den langen Beinen recht kurz. Dank seiner langen Beine und den Hufen mit ihren stark gespreizten Zehenknochen wird ein Einsinken in feuchten Grund oder tiefen Schnee verhindert; beides stellt eine Anpassung an die nordischen Wälder dar.

Dieser Fund ist bedeutend für die Rekonstruktion von Flora, Fauna und Klima am Ende der letzten Eiszeit im Berliner Raum. In der Epoche vor ca. 11.000 Jahren, der Jüngeren Dryaszeit, gingen klimatische Veränderungen vor sich, die dazu führten, das Birke und Kiefer waldbildend in die längst eisfrei gewordene norddeutsche Tundra vordrangen und Jäger der Ahrensburger Kultur in unserem heutigen Stadtgebiet ansässig wurden.

Von diesen Jägern wurde ein besonders erwähnenswerter Fund gefertigt: eine zugespitzte Rengeweihstange von 28 cm Länge, die vermutlich als Stoßwaffe diente. Diese wird nun anlässlich des 60. Jahrestages der Auffindung des „Elches vom Hansaplatz“ ebenso im Museum für Vor- und Frühgeschichte ausgestellt wie Abbildungen des bei Grabungen bei Hitzacker gefunden „Bernsteinelches von Weitsche“ sowie Zeichnungen aus der Höhle von Gargas. Ebenso zu sehen sind u.a. die Backenzähne eines Mammuts und der Panzer einer Sumpfschildkröte, die ebenfalls 1956 im Umfeld des Elchskelettes geborgen wurden.