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Die merowingerzeitliche Besiedlung im Berliner Stadtgebiet

Der als „Britzer Mädchengrab“ in die Literatur eingegangene Grabfund ist noch immer die reichste und aussagekräftigste Quelle im spärlichen merowingerzeitlichen Fundmaterial der Region Berlin-Brandenburg. Die 1951 entdeckte Körperbestattung wurde seinerzeit bereits umfassend archäologisch und naturwissenschaftlich untersucht.

Anlass für die Neuuntersuchung gibt der enorme methodische Fortschritt bei den naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden von menschlichen Gebeinen. In die Neuvorlage mit einbezogen werden die zusammen mit dem Mädchengrab aufgefundenen Überreste eines Erwachsenenskeletts. Vor dem auf Grund der Beigaben stets vermuteten Hintergrund überregionaler Verbindungen nach Thüringen und ins Mittelrheingebiet ergaben sich spezifische Fragestellungen, denen im Rahmen der Untersuchungen systematisch unter anderem mit Hilfe von DNA- und Isotopenanalysen nachgegangen wird. Neben der archäologischen und anthropologischen Neubearbeitung des Skelettmaterials wird an beiden Skeletten auch eine Radiokarbondatierung durchgeführt. Zum Vergleich erfolgt die Einbeziehung des „Neuköllner Reiters“ in das naturwissenschaftliche Untersuchungsprogramm. Ziel des Forschungsprojektes ist die Vorlage neuer Erkenntnisse zur merowingerzeitlichen Besiedlung im Berliner Stadtgebiet, insbesondere zur Herkunft der Siedler.


Ansprechpartnerin: Dr. Marion Bertram, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Museum für Vor- und Frühgeschichte