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SAWA Museum Academy: Kooperationsprojekt des Museums für Islamische Kunst mit LCD-Award ausgezeichnet

10.03.2020

Das Kooperationsprojekt SAWA Museum Academy wurde bei der Preisverleihung in Berlin mit dem Leading Culture Destinations Award 2020 ausgezeichnet. SAWA ist eine Fortbildungsinitative für Museumspersonal aus dem Mittleren Osten, Nordafrika und Deutschland, die in Kooperation des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin, mit der Sharjah Museums Authority, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und dem Goethe-Institut entstanden ist. Der zum sechsten Mal verliehene LCD-Award hebt außergewöhnliche Kulturinitiativen auf der ganzen Welt hervor.

Die SAWA Museum Academy wurde bereits 2019 mit dem AGYA Humanities Award für herausragende Leistungen zur Förderung der Rolle und des Wertes der Geisteswissenschaften in Forschung, Bildung und Gesellschaft von der Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities bedacht. Bei der Verleihung des LCD-Awards am 4. März 2020 wurde SAWA in der Kategorie „Best Cultural Collaboration“  ausgezeichnet. Das Museum für Islamische Kunst war bereits mehrfach in Sharjah zu Gast – zuletzt 2018/19 mit der Ausstellung „Crossroads – Cultural Exchange between the Islamic Civilization, Europe and Beyond”. Die Ausstellung im Sharjah Museum of Islamic Civilization steht auch als virtueller Rundgang bereit.

„Wir fühlen uns geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten, die das Engagement der Sharjah Museums Authority und unserer Partner in Deutschland würdigt“, betont Manal Ataya, Generaldirektorin der Museen in Sharjah. „SAWA wird sich positiv auf die künftigen Museumsleiterinnen und -leiter auswirken, um sich in multikulturellen Umgebungen zu entwickeln und sich auf die Bewältigung globaler Herausforderungen vorzubereiten.“ Susan Kamel, Projektleiterin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin: „In Zeiten in denen anti-muslimischer Rassismus leider immer mehr zur Bedrohung wird, sind wir froh und glücklich, dass wir mit unserem dezidiert diskriminierungskritischen und diversitätsorientierten Projekt den ‘Museums-Oscar‘ gemeinsam gewonnen haben." Stefan Weber, Direktor des Museums für Islamische Kunst, ergänzt: „Globale Herausforderungen kann man nur gemeinsam meistern. Wir sind sehr stolz, mit der Sharjah Museums Authority einen nun schon langjährigen Partner zu haben, mit dem wir neue Wege entwickeln und uns hier wie dort weiterentwickeln können.“

SAWA Museum Academy

Die SAWA Museum Academy ermöglicht Berufsanfänger*innen in Museen der Vereinigten Arabischen Emirate und der MENA-Region, Volontär*innen der Staatlichen Museen zu Berlin sowie Studierenden der Museologie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin die traditionellen Arbeitsfelder des Museums – sammeln, dokumentieren, ausstellen, vermitteln – im Austausch miteinander zu erlernen. „Sawa“ bedeutet auf Arabisch „gemeinsam“.

Der programmatische Name steht für ein Lernformat, das die vier Ebenen gemeinsamen Arbeitens miteinander verknüpft: Das transnationale Lehrpersonal, die gemeinsam benannten und erstellten Inhalte, die arabischen und deutschen Teilnehmenden und die beiden Lernorte Berlin und Sharjah. Das erklärte Ziel von SAWA ist, die Teilnehmenden zu mehr Kompetenz bei der besucherorientierten, lokal angemessenen Museologie und dem interkulturellen Dialog zu führen.

Transnationaler Austausch im Museumsbereich

In Deutschland ist Weiterbildung für den Museumsbereich und seine beruflichen Tätigkeitsfelder oftmals noch an nationalen und regionalen Bedürfnissen ausgerichtet. Neben dem klassischen fachgebundenen Universitätsstudium gibt es nur wenige Akademien, die museumsrelevante berufliche Weiterbildung auf überregionaler Ebene anbieten. Transnationaler Austausch in der beruflichen Weiterbildung findet daher eher in universitätsnahen Formaten im angelsächsischen Raum statt, wobei auch hier häufig die eigenen Traditionen und Kompetenzen betont und als exportrelevantes Wissen vermittelt werden. SAWA will andere Wege gehen und setzt auf den Austausch und das gemeinsame Lernen auf Augenhöhe – mit dem Ziel, die Museen diversitätsbewusster zu machen, neuen Zielgruppen zu erschließen und eine erweiterte Perspektive auf die jeweils eigene Praxis zu gewinnen.