Für die Dokumentation syrischer Kultur- und Naturschätze ist die systematische Archivierung vorhandener Fotos, Pläne, Karten und Berichte von grundlegender Bedeutung. Die Forschung, die seit dem 20. Jahrhundert vom Museum für Islamische Kunst in Berlin, vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI), sowie weiteren Wissenschaftlern durchgeführt wurde, hat umfangreiches Material für viele bedeutende archäologische und architekturhistorische Stätten Syriens hervorgebracht. Eine Auswahl dieser Sammlungen wird in diesem Projekt digitalisiert und archiviert. Das digitale Archiv stellt Informationsgrundlagen für einen Wiederaufbau zerstörter Monumente und für die Bewahrung des syrischen Kulturerbes zur Verfügung. Damit werden kulturelle Werte für die Zukunft geschaffen.
Seit dem Beginn des Projekts 2013 wurden dem Archiv über 300.000 Fotos, Pläne und Dokumente von mehr als 80 Sammlern aus aller Welt zur Verfügung gestellt. Die Georeferenzierung - die jeweils exakte geografische Verortung der auf den Digitalisaten abgebildeten Landschaften, Orte oder Bauten - spielt bei der Archivierung eine entscheidende Rolle. So konnten dem digitalen Ortsregister des DAI im Verlauf des Projekts mehr als 4000 Orte auf der virtuellen Landkarte Syriens neu hinzugefügt und mit den Elementen unserer Datenbank verknüpft werden. Mehr als 150.000 Digitalisate sind ohne Registrierung mit ihren Metadaten einsehbar. Fast alle Bereiche der Baugeschichte und der Archäologie Syriens, aber auch dessen Geografie, Kultur und nicht zuletzt Zeitgeschichte werden von diesen Daten beleuchtet. Seit 2017 liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Aleppo, das seit 1986 auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste steht. Aus diesem Fokus sind mehrere innovative Projekte entstanden.
Autoren der Sammlungen des SHAP sind u.a. bedeutende Forscher und Forscherinnen, wie Eugen Wirth (†), Michael Meinecke (†), Jean-Claude David, Stefan Weber, Julia Gonnella, Christine Delpal und Stefan Heidemann sowie syrische Architekten und bekannte Fotografen wie Marwan Musalmani (†) und der Regisseur Sabah Qabbani (†). Ein Ausschnitt der Sammlung historischer Postkarten von Wolf-Dieter Lemke gehört ebenfalls zu den digitalen Schätzen.
Die Arbeit des SHAP reicht über das reine Archivieren hinaus. Auf unserer Website syrian-heritage.org präsentieren wir außergewöhnliche Orte, Geschichten und Erinnerungen. Auf unserer Facebook-Seite „Narratives of Syrian Heritage“ teilen wir regelmäßig visuelle und mündliche Geschichten, die das vielfältige kulturelle Leben Syriens lebendig halten.
Das Syrian Heritage Archive Project gehört zum Archeological Heritage Network. Aus dem Syrian Heritage Archive Project ist unter anderem das Projekt Multaka – Treffpunkt Museum hervorgegangen.
Projektleitung: Dr. Anne Mollenhauer
Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen: Dr. Hiba Bizreh, Dima Dayoub, Alaa Haddad, Issam Hajjar, Dr. Karin Pütt
Kooperationspartner: Museum für Islamische Kunst in Berlin, Deutsches Archäologisches Institut
Träger: Freunde des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum e.V.
Förderer: Auswärtiges Amt, Gerda Henkel Stiftung
Laufzeit: seit November 2013