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Syrian Heritage Archive Project

Für die Dokumentation syrischer Kultur- und Naturschätze ist die systematische Archivierung vorhandener Fotos, Pläne, Karten und Berichte von grundlegender Bedeutung. Die Forschung, die seit dem 20. Jahrhundert vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI), dem Museum für Islamische Kunst Berlin sowie weiteren Wissenschaftlern durchgeführt wurde, hat für viele bedeutende archäologische und architekturhistorische Stätten Syriens umfangreiches Material hervorgebracht. Dieses wird vom Syrian Heritage Archive Project digitalisiert und zusammen mit bereits digital vorliegenden Materialien in die Archivstrukturen eingearbeitet. Das digitale Archiv soll Informationsgrundlagen für einen Wiederaufbau zerstörter Monumente, die Bewahrung des syrischen Kulturerbes und somit Werte für die Zukunft schaffen.

Die zentrale Datenbank der Archivarbeit ist Arachne, die digitale Objektdatenbank für Bilder des DAI. In diese wurden im Jahr 2017 z.B. 21 500 Datensätze durch das syrisch-deutsche Projektteam eingebracht. Deren Georeferenzierung, die jeweils exakte geografische Verortung eines Fotos, eines Plans oder sonstigen Objekts, spielt dabei die entscheidende Rolle. So konnten dem digitalen Ortsregister des DAI Gazetteer im Verlauf des Projekts 3 465 Orte auf der virtuellen Landkarte Syriens neu hinzugefügt werden. Das  Projektteam des Syrian Heritage Archive Project hat bislang 45 Sammlungen von verschiedenen Leihgebern erhalten und bringt sie sukzessive in das digitale Archiv ein. Es wurden insgesamt 233 000 Daten zur Verfügung gestellt. Fast alle Bereiche der Baugeschichte und der Archäologie Syriens, aber auch dessen Geografie und nicht zuletzt Zeitgeschichte werden von diesen Daten beleuchtet. Autoren dieser Sammlungen sind u.a. bedeutende Forscher und Dokumentaristen, wie Eugen Wirth (†), Michael Meinecke (†), Jean-Claude David, Stefan Weber, Julia Gonnella und Stefan Heidemann sowie syrische Architekten und bekannte Fotografen wie Marwan Musalmani (†) und der Regisseur Sabah Qabbani (†).

Das Syrian Heritage Archive Project gehört zum Archeological Heritage Network und kooperiert mit Stunde Null – Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise. Aus dem Syrian Heritage Archive Project ist unter anderem auch das Projekt Multaka – Treffpunkt Museum hervorgegangen.

Artikel in Museum and the City: „Kulturgut ist Verhandlungssache: Stefan Weber und die Syrian Heritage Initiative“ im Blog der Staatlichen Museen zu Berlin


Projektleitung: Dr. Karin Pütt
Wissenschaftliche Mitarbeiter: Eva Al-Habib Nmeir, Alaa Haddad, Issam Hajjar, Anne Mollenhauer, Hiba Bizreh
Kooperationspartner: Museum für Islamische Kunst Berlin, Deutsches Archäologisches Institut
Träger: Freunde des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum e.V., Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Deutsches Archäologisches Institut
Förderer: Auswärtiges Amt, Gerda Henkel Stiftung
Laufzeit: seit November 2013