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Kulturraub im Nahen Osten − Fallbeispiele geraubter Kulturgüter aus Syrien, Ägypten, Irak, Jemen und Libyen

Zum Schutz von Kulturgut gehört auch die Aufklärung über Verluste, die durch Plünderungen und Raubgrabungen an den Herkunftsorten dieser Kulturgüter zu beklagen sind. Der Diebstahl von Kulturgütern ist ein eklatantes Problem im kriegszerrütteten Syrien ebenso wie in Ägypten, im Irak, Jemen oder Libyen. Durch ihn wird das wertvolle materielle Kulturerbe und damit ein Teil der kulturellen Identität und Erinnerungskultur dieser Gesellschaften willentlich und unwiederbringlich zerstört.

Generell hinterlassen geraubte Antiken vor Ort Zerstörungen und Leerstellen. Immer wieder berichten Aktivisten von illegalen Grabungen und dem Raub von Artefakten in archäologischen Stätten, bei denen die Fundumstände großflächig zerstört werden. Aktuelle Satellitenbilder zeigen im Vergleich mit Aufnahmen vor dem Bürgerkrieg durchlöcherte Landschaften, die von illegal durchgeführten Raubgrabungen herrühren. Aber auch aus historischen Wohnhäusern werden Bauausstattungen gestohlen und Museen, Depots und religiöse Gebäude werden geplündert.

Diese Veränderungen werden anhand von Berichten der Betroffenen, soweit möglich aber auch mittels eines Vergleichs von historischen Fotografien mit aktuellen Ortsaufnahmen konkret dargestellt. Die Lücken und Leerstellen, die verschwundene Kulturgüter in den Museen, Depots, Wohnhäusern und religiösen Gebäuden der Herkunftsstaaten hinterlassen, zeigen sich dadurch besonders deutlich.

Ziel dieses Projektes ist es, das Ausmaß des Raubs und der Plünderung von Kulturgütern in den jeweiligen Herkunftsstaaten anhand von Fallbeispielen zu dokumentieren und der Öffentlichkeit in einer im August 2021 erscheinenden Publikation zu präsentieren.

Die Publikation wird vom Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin und den „Freunden des Museums für Islamische Kunst e.V.“ gemeinsam herausgegeben und im Rahmen der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz erscheinen. Das Projekt wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Laufend berichten wir auf Facebook über Verluste, Plünderungen und ihre Einordnung.


Kooperationspartner: /
Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Weber
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Birthe Hemeier M.A.
Träger: Freunde des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum e.V.
Förderer: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Laufzeit: März 2020 bis August 2021