„Museum, open up!“ History meets the present

New approaches to Islamic art

Termin:
Fr 20.05.2022 17:30 Uhr - 19:00 Uhr
Ort:
James-Simon-Galerie
Angebot:
Gespräch | Tagung | Podiumsdiskussion / Erwachsene

Kulturelle Identitäten sind zu einem zentralen Streitpunkt im öffentlichen Diskurs geworden. Museen beeinflussen die Prägung und Wahrnehmung dieser Identitäten wesentlich: Sie sind Speicher, Forschungsstätte und Vermittlungsort materiellen Kulturerbes. Der gesellschaftliche Wandel fordert auch die Museen heraus. Besonders solche mit Sammlungen aus dem islamisch geprägten Kulturraum tragen angesichts gegenwärtiger Polarisierungen zum Thema „Islam“ eine besondere Verantwortung.

Welchen Beitrag sollten Museen zum gesellschaftlichen Diskurs leisten? Wie können sie dazu beitragen, dass die Diversität und Mehrdeutigkeit islamischer wie globaler Kunstgeschichte(n) in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird? Wie müssen sich die Museen verändern, um nicht nur für eingeweihte Bildungskreise zugänglich zu sein, sondern für eine diverse Gesellschaft?

In einer Podiumsdiskussion sprechen Museumsexpert:innen über ihre Konzepte, Methoden und Erkenntnisse. Gemeinsam mit dem Publikum möchten sie herausfinden, welche Möglichkeiten es gibt, um islamische Kunst, Archäologie und Kulturgeschichte allgemein sowie individuell erfahrbar zu machen.

Die Podiumsdiskussion findet in englischer Sprache statt mit englisch-deutscher Simultanübersetzung.


Begrenzte Teilnehmerzahl.
Online-Anmeldung erforderlich


Panel Guests:

Silke Ackermann
Direktorin des History of Science Museum, Oxford / England

Silke Ackermann studierte Geschichte, Sprachen und Kulturen des Orients und Wissenschaftsgeschichte in Frankfurt (a/M). Bevor sie 2014 die erste weibliche Museumsdirektorin an der Universität Oxford wurde, arbeitete sie 16 Jahre lang in verschiedenen kuratorischen und leitenden Funktionen am British Museum.  Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Wissenstransfer zwischen dem islamischen Kulturraum und dem mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa. Derzeit erforscht sie die Kategorisierung von Objekten, die gemeinhin der "Islamischen Wissenschaft" zugeordnet werden, und hinterfragt diese Kategorie und ihr Narrativ.

Stefano Carboni
CEO der Museumskommission des saudischen Kulturministeriums, Riad / Saudi-Arabien

Stefano Carboni ist CEO der Museumskommission des saudischen Kulturministeriums. Zuvor war er Direktor und CEO der Art Gallery of Western Australia (2008-19) und Kurator und Verwalter der Abteilung für islamische Kunst am New Yorker Metropolitan Museum of Art (1992-2008). Außerdem ist er außerordentlicher Professor an der University of Western Australia und hat mehrere Kurse in islamischer Kunst und Museumsstudien an diversen New Yorker Colleges unterrichtet.

Wendy Shaw
Professorin für Weltkunst und Kunstgeschichte der islamischen Kulturen, Berlin / Deutschland

Professor Wendy M. K. Shaw publiziert zu den Auswirkungen von Kolonialität und Eurozentrismus auf kunstbezogene Institutionen, Erbe und Bewahrung, einschließlich moderner Kunst und vormoderner Wahrnehmungsdiskurse, sowie zu religiösem Denken in der säkularen Moderne. Ihre Arbeit konzentriert sich auf das Osmanische Reich, die moderne Türkei und Regionen mit islamischer Hegemonie. Sie hat vier Bücher veröffentlicht und war als Professorin u. a. an der Universität Bern und der Freien Universität Berlin tätig.

Stefan Weber
Direktor des Museums für Islamische Kunst (Pergamonmuseum), Berlin / Deutschland

Stefan Weber ist Direktor des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum, das neue Wege in der Vermittlung der Kunst, Architektur und Archäologie islamisch geprägter Länder beschreitet. Er hat große Ausstellungen in Europa und Westasien kuratiert und preisgekrönte Forschungs- und Restaurierungsprojekte zum kulturellen Erbe des Islam geleitet. Sein besonderes Interesse gilt der kulturellen Bildung, für die er mehrere Projekte durchführt: im Museum, mit Schulen, Universitäten, Moscheegemeinden, Vereinen und auf der neuen Online-Plattform des Museums.

 

Moderation:

Ferda Ataman
Diversity Kartell und Die neuen deutschen Medienmacher, Berlin / Deutschland

Ferda Ataman ist Expertin für Migration, Vielfalt und Integration. 2022 gründete sie das Unternehmen Diversity Kartell und berät Organisationen und Medien bei der Diversitätsentwicklung. Sie war Referatsleiterin bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und baute den Medienservice Integration auf. Als Journalistin arbeitete sie u. a. für Spiegel Online, radioeins (rbb), WDR und Deutschlandfunk Kultur. Im Jahr 2009 hat sie den Verein "Neue Deutsche Medienmacher" mitgegründet, der sich für mehr Vielfalt im Journalismus einsetzt.

 

Gastgeber der Podiumsdiskussion ist das Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum, das am 20. Mai 2022 den Go-Live seiner neuen Medienplattform feiern wird. Die Online-Plattform wurde mit Unterstützung der Alwaleed Philanthrophies Stiftung und ihrem Programm "Art for All" realisiert. Alwaleed Philanthropies unterstützt das Museum auch finanziell bei der Neugestaltung seiner Dauerausstellung und dem preisgekrönten internationalen Programm Multaka, bei dem Menschen mit Migrations- und/oder Fluchterfahrung aus Syrien, Afghanistan und dem Iran Museumsführungen anbieten.



Begrenzte Teilnehmerzahl.
Online-Anmeldung erforderlich

Für die Teilnehmer*innen am Symposium finden vorab zwei Führungen statt:

Multaka: Treffpunkt Museum.
Das mehrfach international ausgezeichnete Projekt Multaka: Treffpunkt Museum bietet im Rahmen des Symposiums „Museum öffne dich! Geschichte trifft Gegenwart“Führungen auf Arabisch, Persisch, Deutsch und Englisch an. “Multaka” (arabisch: Treffpunkt) steht für den Austausch verschiedener kultureller und historischer Erfahrungen sowie Vielstimmigkeit. In den Fokus unserer Führungen treten persönliche Bezüge und eigene Geschichten zu den Objekten. Wir stellen Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart her und beziehen die Teilnehmenden in den Prozess der Objektbetrachtung und dessen Interpretation mit ein. Die Besuchenden werden durch den wechselseitigen Austausch und unter Berücksichtigung ihrer eigenen Geschichte zu aktiven Teilnehmer*innen. Gemeinsam erkunden wir das Museum für Islamische Kunst, treten in einen Dialog und machen so Perspektivwechsel hautnah erfahrbar.

Wann:
Freitag, 20.05.2022

Begrenzte Teilnahmezahl. Anmeldung zu folgenden Startzeiten erforderlich:
Arabisch und Deutsch: 16:00 – 17:00 / Persisch und Englisch: 16:15 – 17:15

Treffpunkt:
Jeweils 15 Minuten vor Beginn der Führung. Wir treffen uns im unteren, ebenerdigen Foyer der James Simon Gallery. Die Guides tragen ein gelbes Multaka Schild mit sich und erwarten dort alle Teilnehmenden. Wir bitten um pünktliches Escheinen.

Wegbeschreibung zur James-Simon-Gallery