Sammlung Fotografie

Die Sammlung Fotografie umfasst über 760.000 Fotografien von der Frühzeit des Mediums bis zu künstlerischen Werken der Gegenwart. Dazu gehören das Bildarchiv, die Sammlung künstlerischer Fotografie mit Konvoluten zur Kunstfotografie um 1900, dem Neuen Sehen der 1920er Jahre bis zu aktuellen Positionen. Hinzu kommt ein reicher Bestand an Messbildern, historischen Postkarten und Fotograf*innennachlässen.

Seit 1868 wurden von der Kunstbibliothek Fotografien gesammelt, zunächst vor allem Aufnahmen für ein Bildarchiv der Baukunst. Die Architektur- und Stadtansichten, Dokumentar- und Sachaufnahmen bis hin zu Reisebildern aus der ganzen Welt stammen meist von kommerziellen Ateliers und Fotograf*innen, etwa Edouard Baldus, Domenico Bresolin, Robert MacPherson, Samuel Bourne, Eugène Atget, F. Albert Schwartz, Julie Laurberg, Werner Mantz und Arthur Köster.

Den Kernbestand zur Kunstfotografie um 1900 bilden zwei Konvolute der Sammler Ernst Juhl und Fritz Matthies-Masuren, darunter Aufnahmen von Edward Steichen, Alfred Stieglitz, Heinrich Kühn, Minya Diez-Dührkoop und Hugo Henneberg. Zwischen 1929 und 1932 wurden für die Sammlung künstlerischer Fotografie bedeutende Arbeiten des Neuen Sehens erworben – allen voran aus der legendären Werkbundschau „Film und Foto“, die 1929 aus Stuttgart nach Berlin übernommen wurde. Zu den wichtigsten Bildautor*innen zählen Aenne Biermann, Max Burchartz, Hans Finsler, Florence Henri, Helmar Lerski, László Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch und Sasha Stone.

Erst in den 1990er-Jahren begann wieder eine stetige Sammlungstätigkeit. Zudem gelangten seitdem Nachlässe und größere Konvolute in die Sammlung, darunter:

  • der Nachlass Martin Badekow, der in den 1920er-Jahren eines der bekanntesten Berliner Porträt-Ateliers unterhielt
  • das Pressebildarchiv des Berliner Fotografen Willy Römer, aus den 1910er bis in die 1940er Jahre
  • Fotografien von Bernard Larsson, der in den 1960er Jahren als Reporter in Ost- und West-Berlin arbeitete
  • der Nachlass Ludwig Windstosser, einem führenden Industriefotografen der Nachkriegszeit
  • Architektur- und Naturfotografien von Sigrid Neubert aus den 1950er bis in die 1990er Jahre
  • der Nachlass der Sachfotografin und Fotokünstlerin Hansi Müller-Schorp mit Arbeiten von den 1950er bis in die 1990er Jahre
  • der fotografische Nachlass der Fotografin und Filmemacherin Leni Riefenstahl.

Die Sammlungsobjekte werden im Museum für Fotografie aufbewahrt und können dort nach Voranmeldung eingesehen werden.

Recherche

In der digitalen Datenbank können nur Teilbestände der Sammlung Fotografie recherchiert werden. Wenn Sie Objekte dort nicht finden, richten Sie Ihre Anfrage bitte per E-Mail an das Museum für Fotografie.

Museum für Fotografie
Jebensstraße 2
10623 Berlin

Öffnungszeiten

Nach Vereinbarung.

Kontakt für Bestellungen aus der Sammlung Fotografie

E-Mail: mf[at]smb.spk-berlin.de

Digitale Fotografien aus der Sammlung Fotografie finden Sie auch in den folgenden Portalen:

  • Piktorialismus-Portal
    Das Piktorialismus-Portal verzeichnet mehr als 2.300 Objekte, die der Kunstfotografie um 1900 zugeordnet werden können. Dabei handelt es sich um rund 600 Werke aus der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek sowie um etwa 1.700 Bilder, die der Fotohistoriker Enno Kaufhold in den 1980er Jahren in deutschen Museen und Publikationen recherchierte.
  • Bildagentur bpk
    Über das Portal der Bildagentur bpk sind mehr als 8.700 Fotografien der Photothek Willy Römer unter der Suchbegriffkombination „Willy Römer“-ullstein zugänglich.
  • Bildindex der Kunst & Architektur
    Ein großer Teil des Bildarchivs mit etwa 15.000 Architekturfotografien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts vor allem aus dem deutschsprachigen Raum wurde um 1980 für die Verbunddatenbank Bildindex der Kunst und Architektur erfasst. Für eine zielgerichtete Recherche muss das Suchfeld von „Werke“ auf „Bilder“ umgestellt und als eingrenzender Suchbegriff kbb* eingegeben werden. Von den in der Sammlung Fotografie bewahrten Aufnahmen der Preußischen Messbildanstalt/Staatlichen Bildstelle Berlin sind weitere über 11.000 Architektur- und Skulpturfotografien ebenfalls im Bildindex veröffentlicht worden. Auch hier muss für die Recherche das Suchfeld von „Werke“ auf „Bilder“ umgestellt und als eingrenzender Suchbegriff „Kunstbibliothek Berlin“ eingegeben werden.

Eine Veranstaltung mit großzügiger Unterstützung durch den Verein der Freunde des Museums für Fotografie

Im Mai 2010 konnte im zweiten Obergeschoss des Museums für Fotografie der Kaisersaal nach grundlegender Renovierung und Neugestaltung wiedereröffnet werden. Nach den Entwürfen von Kahlfeldt Architekten entstand ein großzügiger, allen Ansprüchen an die moderne Präsentation von Fotografie genügender Ausstellungssaal. Seit seiner Eröffnung 2004 hat sich das Museum für Fotografie als zentrale, integrative Schnittstelle für Fotografie bei den Staatlichen Museen zu Berlin etabliert: Mit seinen Ausstellungen von der Reisefotografie des 19. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischen Fotoinstallationen hat es sich in der Fotoszene positioniert, eine Fachbibliothek aufgebaut, Tagungen und Vortragsreihen wurden veranstaltet.

In Vorbereitung der Wiedereröffnung fand in Berlin das Symposium "Fotografie im Museum" statt. Es stellte die Entwicklung in Berlin in den europäischen Kontext, um das Museum für Fotografie im Netzwerk der großen Fotomuseen und -sammlungen neu zu verorten. Kolleginnen und Kollegen aus deutschen und europäischen Institutionen stellten die Arbeit ihrer Häuser vor.

Dabei galt das Augenmerk vor allem Institutionen, die sich seit 1999 neu etabliert oder ausgerichtet hatten. Die Debatte konzentrierte sich auf drängende Fragen der Fotografie am Ende ihrer analogen Ausformung:

Welche Fotografien werden gesammelt und bewahrt?
Wie werden sie erforscht und der Öffentlichkeit angeboten?

Im Folgenden können die auf der Tagung gehaltenen Vorträge und Diskussionen heruntergeladen werden.

Einige Vorträge wurden als leicht überarbeitete Mitschriften publiziert, andere wurden von den Autoren für die Publikation verändert. Die Typoskripte der Diskussionen erstellte Katrin Baumgarten, die Redaktion übernahmen Astrid Bähr, Ludger Derenthal und Kristina Lowis.

Die Vorträge:

Begrüßung
Wilfried Wiegand, Verein der Freunde des Museums für Fotografie [Download Vortrag PDF]

Fotografie in Berliner Museen und Institutionen
Florian Ebner, Fotografische Sammlung der Berlinischen Galerie, Berlin [Download Vortrag PDF]
Matthias Harder, Helmut Newton Stiftung, Berlin
Stephan Erfurt, C/O Berlin, Berlin [Download Vortrag PDF]

Fotografie in deutschen Museen
F. C. Gundlach, Stiftung F. C. Gundlach, Hamburg [Download Vortrag PDF]
T. O. Immisch und Anja Jackes, Sammlung Photographie der Stiftung Moritzburg, Halle an der Saale [Download Vortrag PDF]
Andreas Krase, Technische Sammlungen Dresden [Download Vortrag PDF]
Claude W. Sui, Forum Internationale Photographie (FIP) der Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim [Download Vortrag PDF]

Fotografie in europäischen Museen
Ingrid Fischer Jonge, Museet for Fotokunst, Odense [Download Vortrag PDF]
Frits Gierstberg, Nederlands Fotomuseum, Rotterdam [Download Vortrag PDF]
Monika Faber, Albertina, Fotosammlung, Wien [Download Vortrag PDF]
Xavier Canonne, Musée de la Photographie, Charleroi [Download Vortrag PDF]

Die Staatlichen Museen zu Berlin und die Fotografie
Hans-Peter Frentz, Bildagentur bpk
Raffael Gadebusch, Fotografie im Museum für Asiatische Kunst
Moritz Wullen, Kunstbibliothek und Sammlung Fotografie
Ludger Derenthal, Museum für Fotografie [Download Vortrag PDF]