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Piktorialismus

Der Piktorialismus zählt in seiner internationalen Vernetzung, seiner Auseinandersetzung mit der Malerei und in seiner Vielfalt technischer Ausprägungen zu den vielgestaltigsten Kapiteln der Fotografiegeschichte. Mit der „Kunstphotographie um 1900“ entstand eine fotografische Stilrichtung, die vor allem von ambitionierten Amateur*innen in Abgrenzung zu etablierten  Berufsateliers getragen wurde.

Sie verschaffte sich ab den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts mit neuen bildtechnischen Gestaltungen und ästhetischen Überlegungen zur Fotografie als Kunstform Anerkennung. Ernst Juhl (1850-1915) gehörte als Ausstellungsorganisator, Redakteur und Sammler zu den wichtigsten Förderern der kunstfotografischen Bewegung in Europa. Seine Kollektion wurde vom Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg sowie von der Kunstbibliothek Berlin erworben und bildet hier neben der Sammlung Matthies-Masuren den Kern ihrer künstlerischen Bestände um 1900 und ist der Ausgangspunkt des Forschungsvorhabens.

Das Projekt zielt auf eine interdisziplinäre Analyse des Phänomens „Piktorialismus“, die sowohl die Medienwissenschaften als auch die Kunstgeschichte und die Kunstsoziologie einbezieht. Zentraler Ansatzpunkt zur Vernetzung und Diskussion war das international besetzte Symposium „Inspirationen – Interaktionen: Kunstfotografie um 1900 neu betrachtet" („Inspirations – Interactions: Pictorialism Reconsidered“). Es fand vom 21. bis 23. November 2013 im Fürstensaal des Museums für Fotografie statt. Im Rahmen des Projektes werden zudem die kunstfotografischen Bestände der Kunstbibliothek vollständig bearbeitet. Die Erforschung dieser Bestände bildet zusammen mit dem Archiv Kaufhold die Grundlage für die Forschungsdatenbank: Piktorialismus-Portal. Hier sind auch die Beiträge des Symposiums veröffentlicht.


Wissenschaftliches Team: Dr. Ludger Derenthal, Christine Kühn, Claudia Pfeiffer, Ulrich Rüter, Wissenschaftliche Mitarbeiter, Kunstbibliothek; Lars Spengler, freier Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Gefördert durch den Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien
Laufzeit: 2013 bis 2014