Rooms / Stages

05.06.2026 bis 15.11.2026
Museum für Fotografie

Nach der großen Ausstellung „Body Performance“, die 2019 in der Helmut Newton Foundation zu sehen war, findet nun die daran anknüpfende Ausstellung „Rooms / Stages“ statt – mit einer bewussten Verschiebung der Aufmerksamkeit vom performativen Akt auf den Raum selbst.

Für Kinofilme werden im Vorfeld eines Drehs sogenannte „location scouts“ losgeschickt, um nach konkreten Orten zu suchen, die für bestimmte Szenen geeignet sind. Im fertigen Film liegt das Hauptaugenmerk unserer Wahrnehmung schließlich weniger auf den Bühnenräumen, als vielmehr auf den Schauspieler*innen und der Darstellung ihrer Rollen sowie auf der Komplexität des Filmgeschehens insgesamt. Im Medium Fotografie nehmen wir in den meisten Fällen einen Raum als Bildmotiv ebenfalls kaum wahr, es sei denn, der Raum selbst wird von den Fotograf*innen zum Hauptmotiv erklärt.

Die Künstler*innen der aktuellen Gruppenausstellung werden mit jeweils einer Werkgruppe vorgestellt. Sie beziehen den Raum bewusst in ihre inszenierten Porträts ein, lassen die Menschen oder Tänzer*innen über Langzeitaufnahmen auch wieder daraus verschwinden; oder sie thematisieren ganz pur menschenleere Innenräume, etwa das eigene Atelier mit wechselndem, verschobenem Mobiliar oder Museen wie in Versailles oder Dresden, in die wir unweigerlich ein bestimmtes Geschehen imaginieren können. Neben gerahmten Fotografien werden manche Raumkompartimente der Ausstellungsräume durch Wandtapeten mit großformatigen Bildmotiven visuell pointiert. Wir sehen aufwendige räumliche Interventionen, die nur für eine Fotografie entstanden sind, unwirtliche und zugleich perfekt gestaltete U-Bahn-Gänge in Berlin und London sowie Tanz- und Theaterbilder.

Helmut Newton, dessen Werk durch die wechselnden Präsentationen in seiner Berliner Stiftung immer wieder neu kontextualisiert wird, hat die verschiedensten Orte in Bühnen verwandelt, wie im zweiten Teil der Gruppenausstellung zu sehen ist. Dazu gehören luxuriöse Hotelzimmer und -lobbys in Paris, Mailand oder New York auf seinen Modefotografien der 1960er, 70er- und 80er-Jahre oder – wie in einer 180-Grad-Wendung – schroffe Außenraum-Situationen in Monte Carlo oder gar seine dortige Garage. Auf diese Weise hat er in den 1990er-Jahren, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, die exklusivsten Modeentwürfe hart kontrastiert. Newton arbeitete wie ein Filmregisseur und Set-Designer in Personalunion auf den von ihm geschaffenen Bühnen. In der aktuellen Ausstellung werden die modebasierten Interieurs sowie manche seiner Bühnenfotografien gezeigt, die beispielsweise 1983 in Wuppertal bei Pina Bausch im Auftrag des Magazins „The New Yorker“ oder ab Mitte der 1980er-Jahren für die Programmhefte des Balletts von Monte Carlo entstanden sind. All das begegnet uns motivisch in Form riesiger Wandtapeten sowie einer Fülle von Polaroids in den Vitrinen davor.


Eine Sonderausstellung der Helmut Newton Foundation im Museum für Fotografie

Cover: Helmut Newton. One-off
© Phaidon

05.06.2026 bis 15.11.2026

Collage aus Bildern von Helmut Newton aus dem Film „Intermezzo. Revisiting Helmut Newton“
© Helmut Newton Foundation

24.04.2026 bis 31.12.2027

Montaggeschlossen
Dienstag11 bis 19 Uhr
Mittwoch11 bis 19 Uhr
Donnerstag11 bis 20 Uhr
Freitag11 bis 19 Uhr
Samstag11 bis 19 Uhr
Sonntag11 bis 19 Uhr

Eingang für Besuchende

Jebensstraße 2
10623 Berlin

U-Bahn: Kurfürstendamm, Zoologischer Garten
S-Bahn: Zoologischer Garten
Bus: Kurfürstendamm, Zoologischer Garten

vollständig rollstuhlgeeignet

Tel 030 - 266 42 42 42 (Mo - Fr, 9 - 16 Uhr)
Fragen | Buchung | Feedback