Bitte beachten Sie: Das Museum für Fotografie bleibt von Montag, 16. November, bis einschließlich Mittwoch, 2. Dezember 2026, wegen Umbauarbeiten geschlossen. Wir bitten um Verständnis.

Echt Foto!
Fotografie zwischen Papier und Pixel

04.12.2026 bis 18.04.2027
Museum für Fotografie

Was macht eine „echte“ Fotografie aus, woraus besteht sie? Wir begegnen Fotografien heute meist in Form digitaler Medien. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass die Geschichte der Fotografie wesentlich eine Geschichte von Materialien, handwerklichen Verfahren und greifbaren Objekten ist. Echt Foto! Fotografie zwischen Papier und Pixel macht dieses Wissen wieder zugänglich und unmittelbar erlebbar. Die Ausstellung verbindet Werke vom 19. bis ins 21. Jahrhundert aus der Kunstbibliothek und weiteren Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin mit zahlreichen zeitgenössischen Positionen. Sie eröffnet einen neuen Blick auf Fotografie zwischen analogem Objekt und digitalem Bild – und auf Fragen nach Authentizität, Originalität und Dauerhaftigkeit, die im Zeitalter der KI neue Dringlichkeit gewinnen.

Beim ersten Blick auf eine Fotografie steht häufig das Dargestellte im Zentrum. Heute verbindet sich damit mehr denn je die Frage: Ist das echt oder fake? Doch was wir einem Bild zutrauen und wie es auf uns wirkt, hängt auch davon ab, in welcher Form es uns begegnet. Ist es auf Glas oder Papier festgehalten? Sehen wir es auf einem Bildschirm, in einem Album, in einem Buch oder auf der Straße? Material, Bildträger und Kontext beeinflussen unsere Wahrnehmung. Genau darauf richtet die Ausstellung den Fokus.

Sie spannt einen Bogen von den Anfängen der Fotogeschichte – vom frühen Bestreben, das flüchtige Bild der Camera obscura dauerhaft festzuhalten – bis zu gegenwärtigen, fotografisch anmutenden Bildern, die vollständig mit KI erzeugt wurden. Dazwischen entfaltet sich eine große Vielfalt fotografischer Verfahren und Erscheinungsformen. Die Kurator*innen haben dafür die Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek neu befragt und auch Objekte ausgewählt, die sonst aus konservatorischen Gründen selten zu sehen sind.

Verfahren und Materialien

Ein Herzstück der Ausstellung widmet sich den Verfahren und Materialien der Fotogeschichte. Bildträger von der Kupferplatte bis zum Seidentuch lassen nachvollziehen, wie sich die Fotografie als handwerkliches und künstlerisches Medium entwickelte. Sie bieten zugleich eine große Bandbreite ästhetischer Eindrücke. Die Ausstellung macht auch analoge Verfahren verständlich, die heute weniger vertraut sind und von zeitgenössischen Künstler*innen erneut aufgegriffen werden.

Gerade hier liegt eine Aufgabe fotografischer Sammlungen und Museen: Sie erhalten nicht allein Bilder und Motive, sondern auch die Objekte, Verfahren und Kenntnisse, ohne die sich Fotografie nur unvollständig verstehen lässt. Die Kunstbibliothek bewahrt solche Zeugnisse in ihrer Sammlung Fotografie. Im Museum für Fotografie kann sie dieses materielle Wissen zeigen, erforschen und mit dem Publikum teilen. Angesichts einer zunehmend digitalen Bildwelt wird das Museum damit zu einem Ort, an dem die Entstehung, Beschaffenheit und Geschichte von Fotografien wieder sinnlich erfahrbar werden.

Materialität und Experiment

Wenn Fotografien Alterungsspuren oder Schäden wie Knicke, Risse, Verfärbungen oder Fehlstellen aufweisen, tritt neben dem Motiv auch die Materialität der Aufnahme hervor. Sie erinnert an die Vergänglichkeit fotografischer Objekte. Zahlreiche Künstler*innen rücken das Medium ebenfalls bewusst in den Vordergrund: Sie experimentieren mit den physischen Eigenschaften fotografischer Materialien, machen die Textur von Fotopapieren sichtbar, arbeiten mit chemischen Reaktionen, Überlagerungen oder Schichtungen und lenken den Blick auf die Herstellung des Bildes. Fotografie erscheint so als materielles Objekt mit eigener Präsenz.

Kontext, Wirkung und Authentizität

In unserem Alltag begegnen uns Fotografien in unterschiedlichen Zusammenhängen: in Büchern und Magazinen, in Archiven, sozialen Medien oder auf Plakaten. Die Ausstellung zeigt, dass ihre Wirkung weit über das Motiv hinausgeht. Ein Schmuckstück wird zum Liebesbeweis, ein Album zur Erinnerung an vergangene Reisen, eine Fanpostkarte zum Zeichen von Identifikation und Starkult. In all diesen Formen begleiten uns Fotografien und prägen unser Handeln und Denken.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist die Befragung der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen bildgenerierender Verfahren. Ihre Stärke liegt insbesondere in den überlieferten Zeugnissen analoger Fotografie. Von ihnen aus richtet die Schau einen kritischen Blick auf die Gegenwart. Sie zeigt, warum die Beschäftigung mit fotografischen Objekten mehr ist als Nostalgie: An ihnen lassen sich Fragen nach Herkunft, Authentizität, Dauer und Wahrheit von Bildern konkret untersuchen.

Leihgaben für die Ausstellung kommen von Michael Ackerman, Maren Burghard, Sofia Crespo, Marta Djourina, Rodrigo Alcocer de Garay, Claus Goedicke, Atsushi Kakefuda, Katrin Kamrau, Bärbel Möllmann, Marie Rief, Eva Stenram, Sarah Straßmann, Emi Kusano und Maximilian Zeitler.

Begleitendes Veranstaltungsprogramm

Die Ausstellung wird von Gesprächen, Führungen und Workshops für alle Altersgruppen begleitet. Einmal im Monat zeigen die Kurator*innen ausgewählte Objekte aus der Sammlung Fotografie: Sie blättern große Alben auf, führen Fotobetrachtungsapparate vor und laden dazu ein, die Objekte aus der Nähe zu entdecken. Eine Workshop-Reihe in Kooperation mit analogNOW stellt fotografische Arbeitstechniken in den Vordergrund.

Publikation zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint ein Buch im Deutschen Kunstverlag mit Texten von Katja Böhlau, Ludger Derenthal, Ute Famulla, Anika Meier, Moritz Wullen und Miriam Zlobinski.

Kuratorisches Team

Die Ausstellung wird von Katja Böhlau, Ludger Derenthal und Ute Famulla, Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin, kuratiert.


Eine Sonderausstellung der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin

Montaggeschlossen
Dienstag11 bis 19 Uhr
Mittwoch11 bis 19 Uhr
Donnerstag11 bis 20 Uhr
Freitag11 bis 19 Uhr
Samstag11 bis 19 Uhr
Sonntag11 bis 19 Uhr

Eingang für Besuchende

Jebensstraße 2
10623 Berlin

U-Bahn: Kurfürstendamm, Zoologischer Garten
S-Bahn: Zoologischer Garten
Bus: Kurfürstendamm, Zoologischer Garten

vollständig rollstuhlgeeignet

Telefon: 030 266424242
(Montag bis Freitag: 9 bis 16 Uhr)

Kontaktformulare:
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