In der Sammlung des MEK befinden sich ungefähr 800 Kulturgegenstände, die einen direkten Bezug zu Muslim*innen oder Menschen, die als muslimisch wahrgenommen werden, aufweisen. Das Projekt „Muslimische Sichtbarkeit im Museum: Spuren europäischer Muslim*innen in der Sammlung des MEK“ erforschte einige dieser Gegenstände und setzte sich dabei auch mit der Institutionsgeschichte auseinander. In diesem Prozess fanden unterschiedliche Dinge und Geschichten einen neuen Platz im Museum. Sie werden in einer wachsenden Installation ausgestellt, standen im Zentrum öffentlicher Veranstaltungen und sie werden in dieser Onlinepräsentation sichtbar.
Hier sind vor allem Dinge zu sehen, die in religiösen Praktiken Verwendung finden, aber auch einige, die andere Bezüge zu muslimisch geprägten Regionen aufweisen. Denn auch das Alltagsleben von Muslim*innen in Europa ist nicht ausschließlich religiös geprägt.
Die Objekte können in Verbindung stehen mit den lokalen muslimischen Minderheiten Europas, mit zugewanderten Muslim*innen sowie mit Menschen, die als muslimisch gelesen werden, sich möglicherweise aber nicht selbst als muslimisch sehen. Trotz oft starker Vorstellungen über die „richtige“ religiöse Praxis weisen diese Gegenstände darauf hin, wie individuell religiöses Leben ausgestaltet wird. Sie zeigen damit einen Teil der Vielfalt, die muslimisches Leben ausmacht, in Europa, in der Vergangenheit und jetzt.
Alle Fotos laden zum Erkunden ein, da sie nur Ausschnitte der Dinge zeigen. Sie lassen sich mit einem Klick vergrößern. Der Link zu „Sammlungen Online“ führt zu einer längeren Objektbeschreibung mit einem Foto des gesamten Gegenstandes.
Koranamulett mit geometrischen Mustern und den Wörtern „al-qurān al-karīm“ (der großzügige Koran), das eine Miniaturausgabe des Korans enthält. Amulette wie dieses werden oft getragen, da ihnen eine Schutzfunktion vor Unheil zugeschrieben wird. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Das Amulett zeigt die stilisierte Hand Fatimas, der Tochter des Propheten Muhammads. Es verspicht den Schutz Fatimas und ihrer Familie. Die blauen Augen auf der Hand und in der Kette sollen den*die Träger*in insbesondere vor dem bösen Blick, d.h. vor Neid und Missgunst, bewahren. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Das Amulett aus Holz zeigt auf einer Seite das Bittgebet für eine sichere Reise. Amulette wie dieses werden bspw. an Rückspiegeln von Autos angebracht. Gleichzeitig wird das Bittgebet für die Reise von einigen Muslim*innen vor einem Reiseantritt gesprochen. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Die Gebetsruf-Uhr (Azan-Uhr, angelehnt an das Arabische „āḏān“ für Gebetsruf) aus goldfarbenem Kunststoff ist verziert mit einer Mondsichel und Verweise auf die wichtigsten Pilgerorte Mekka und Medina in arabischer Schrift. Der Wecker und der Kompass ermitteln die richtige Gebetszeit und Gebetsrichtung gerade für Muslim*innen an Orten, an denen kein Gebetsruf hörbar ist. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Dieses Amulett soll den*die Träger*in mithilfe göttlichen Beistandes vor bösen Einflüssen und Wünschen schützen. Die Schriftrollen, die in seinem Inneren platziert wurden, enthalten Koranverse. Beide Seiten des Amuletts sind mit arabischer Schrift verziert. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Dieses Amulett soll den*die Träger*in mithilfe göttlichen Beistandes vor bösen Einflüssen und Wünschen schützen. Die Schriftrollen, die in seinem Inneren platziert wurden, enthalten Koranverse. Beide Seiten des Amuletts sind mit arabischer Schrift verziert. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Dieses Amulett soll den*die Träger*in mithilfe göttlichen Beistandes vor bösen Einflüssen und Wünschen schützen. Die Schriftrollen, die in seinem Inneren platziert wurden, enthalten Koranverse. Beide Seiten des Amuletts sind mit arabischer Schrift verziert. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Im Inneren dieser Tasse steht der sogenannte Thronvers – ein wichtiger, schutzbringender Vers des Korans. Möglicherweise wurde dem Wasser, das aus dieser Tasse getrunken wurde, deswegen eine schützende Funktion zugesprochen. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Die Kappe für einen Jungen ist aus Samt. Auf der Vorderseite ist der erste Teil des islamischen Glaubensbekenntnisses „Es gibt keinen Gott außer Gott“ angebracht, Ausgangspunkt vieler islamischer Glaubensvorstellungen und -praktiken. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Der Koranständer besteht aus zwei Spanholzplatten, die mit Holzimitat beklebt und abstrakten Mustern sowie dem arabischen Schriftzug „al-qurān al-karīm“ (der großzügige Koran) verziert sind. Koranständer wie diese werden beim Lesen und Rezitieren des Korans verwendet, sowohl im privaten Bereich als auch in der Moschee und im religiösen Unterricht. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Korantaschen wie diese verweisen eindeutig auf einen muslimisch geprägten Kontext. Sie werden genutzt, um Koranausgaben vor Schmutz und Staub zu schützen. Nach islamischem Glauben gilt der Koran als das Wort Gottes. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Die Kaffeekanne aus Metall ist gold-silber lackiert und ihr Griff ist mit einem Band aus Lederimitat umwickelt. Kannen dieser Art werden u.a. in religiös konnotierten Kontexten, bspw. bei Trauerfeiern, verwendet. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Dieser Pilavdeckel dient dazu das Reisgericht Pilav (oder Pilaw, Plow, Polou, Palau) in Form und warm zu halten. Er ist reich mit Mustern und arabischer Schrift verziert und fand möglicherweise zu festlichen Anlässen Verwendung. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Diese als türkisch bezeichnete Bettelschüssel aus Holz erinnert an die Bettelschüsseln von Asket*innen, die dem weltlichen Leben entsagt haben und im starkem Gottvertrauen auf die materielle Unterstützung der Gesellschaft angewiesen sind. Die Gestaltung der Schüssel und deren Nutzung hängen mit lokalen Ausprägungen der islamischen Glaubenspraxis zusammen. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Dieser Ausschnitt gehört zu einer Flöte (Zurna), die in Südosteuropa und Westasien gespielt wird. Über sie selbst und ihre*n Vorbesitzer*in ist bislang wenig bekannt. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Dieses Duftöl mit dem Namen „Oudi“ wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten hergestellt. Nach einer Überlieferung des Propheten Muhammads sind Düfte eine der Sachen, die er auf dieser Welt besonderes liebte. Duftöle wie diese werden insbesondere am Freitag vor dem Gang zur Moschee aufgelegt. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Die Inschrift auf dieser hölzernen Tafel beginnt mit einer arabischen Lobpreisung Muhammads, des Propheten des Islams. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Dieses Zahnputzholz (miswak) wird, einer prophetischen Tradition folgend, zur Zahnreinigung verwendet. Damit kann es für seine Benutzer*innen auch eine religiöse Bedeutung haben. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
In die Innenfläche des Wandbehangs wurde das islamische Glaubensbekenntnis in arabischer Schrift gestickt. Mit diesem er den ersten und zentralen der klassischen islamischen Glaubenssätze: den Glauben an einen Gott und an die Gesandtschaft Muhammads. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Die Grafik zeigt die erste Sure des Korans (sūrat al-fātiḥa). Sie ist eineder am häufigsten rezitierten, da sie in jedem Ritualgebet mehrfach gesprochen wird und auch bei anderen religiösen Anlässen Verwendung findet. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Die Grafik zeigt die letzte Sure des Korans (sūrat al-nās), die zu den kürzeren Suren gehört und damit meist zu den ersten, die Muslim*innen auswendig lernen. Gemeinsam mit Sure 113 zählt sie auch zu den (beiden) Schutzsuren. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Das Bastelheft mit dem kindgerechten Design soll schiitischen Kindern ihren Glauben und den Fastenmonat Ramadan nahebringen. Es enthält unter anderem Geschichten, Rätsel und ein Rezept für Kekse. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Auf der einen Seite dieses Amuletts steht der Thronvers, auf der anderen Seit der Beginn der Sure Ya Sin. Beiden wird eines schutzbringende Wirkung zugeschrieben. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Dieses Amulett besteht aus einer Koranausgabe im Miniaturformat. Für Muslim*innen ist der Koran das Wort Gottes, dass dem Propheten Muhammad vom Engel Gabriel überbracht wurde. Auch solchen Amuletten wird eine Schutzfunktion zugesprochen. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Das nazar boncuk, das sogenannte „Blaue Auge“, entstammt einer nicht-islamischen Vorstellung des Schutzes vor bösen Blicken, d.h. Neid und Mißgunst, ist aber inzwischen in muslimisch geprägten Regionen, insbesondere in der Türkei, weit verbreitet. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Kohl ist ein Puder zum Schminken der Augen. Dieses hier ist angereicht mit Zamzam-Wasser aus Mekka, auf seiner Verpackung sind zudem die Minarette der Prophetenmoschee in Medina abgebildet. Damit bedient es die Nachfrage nach Produkten mit Verbindungen zu den Heiligen Stätten des Islams. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Das Sich-Erinnern an Gott (Dhikr) in sich wiederholenden Anrufungen ist eine weit verbreitete religiöse Praktik in islamischen Kontexten. Da meist die Anzahl der Anrufungen von Bedeutung ist (favorisiert sind 33 oder 99 Mal), nutzen Muslim*innen dafür Gebetsketten mit 99 Perlen oder Dhikr-Zähler wie diesen hier. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Damit Muslim*innen das Ritualgebet flexibel an jedem Ort verrichten können, gibt es Reisegebetsteppiche wie diesen hier: leicht, gut verstaubar und mit einem Kompass, um die richtige Gebetsrichtung – in Richtung Mekka – zu ermitteln. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Dieses Buch enthält Gebete, in denen Muslim*innen Gott um Hilfe und Beistand bitten oder ihren Dank aussprechen. Diese Gebete stellen eine alltägliche religiöse Praxis dar. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Dieses Buch soll muslimischen Kindern in der Diaspora Bittgebete, d.h. Gebete mit der Bitte um Schutz oder mit Dank an Gott, für ausgewählte Situationen vermitteln. Der Einband zeigt einige der Situationen, die in dem Buch behandelt werden. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Dieses Buch enthält das Bittgebet, welches am zehnten Tag des Monats Muharram (ashura) für Husain, einen Enkel des Prophente Muhammads, sowie seine Gefährten im Rahmen einer schiitischen religiösen Praxis rezitiert wird. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Dieses Plakat soll insbesondere Kindern, die in einer nicht-arabischsprachigen und -schreibenden Umwelt aufwachsen, das arabische Alphabet vermitteln – und damit Zugang zu ihrer Religion. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Das Buch vermittelt die schiitische Ausführung des täglichen Ritualgebets. © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug