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BMBF Forschungsprojekt: Das Erbe Schinkels – Vom Depot in den Diskurs

Gegenstand des BMBF-geförderten Forschungsprojekts „Das Erbe Schinkels – Vom Depot in den Diskurs“ war der künstlerische Nachlass des Architekten, Zeichners, Malers und Designers Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) im Berliner Kupferstichkabinett. Er umfasst ca. 5.500 Aquarelle, Zeichnungen, Skizzenbücher und Druckgraphiken.

Die erste Aufgabe bestand in der kunsthistorischen Erforschung der Sammlung und setzte sich das Ziel, das Erbe Schinkels mittels innovativer Techniken der Digitalisierung und Katalogisierung sowie ihrer zeitgemäßen Veröffentlichung in einem Online-Katalog für den Experten wie den Laien öffentlich nutzbar zu machen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der kunsttechnologischen Untersuchung der Werke und, daraus resultierend, der systematischen Erfassung der Zeichen- und Malmaterialien Schinkels sowie seiner Papiere mitsamt ihrer Wasserzeichen in der Datenbank.

Ein wichtiges Ziel war zudem die Entwicklung eines optimierten Lagerungssystems für den in seiner bisherigen Aufbewahrung akut gefährdeten Bestand. Der besondere Fokus lag dabei auf der Erforschung des Aufkommens und der Schadenswirkung flüchtiger Verbindungen, die aus Möblierungs-, Ausstellungs- oder Hüllmaterialien, aber auch aus den Objekten selbst freigesetzt werden. Die Auswertung der Untersuchungsergebnisse mündete in einem neuartigen Lagerungssystem, das die Bedingungen einer langfristigen Erhaltung der Kunstwerke erfüllt, die Konzentration flüchtiger Schadstoffe minimiert und gleichzeitig die Erfordernisse des Museums hinsichtlich Platz sparender Unterbringung, kostengünstiger Umsetzung und einfacher Handhabung realisiert.

Die große Sonderausstellung „Karl Friedrich Schinkel. Geschichte und Poesie“ bildete den Abschluss des Projekts. Sie wurde veranstaltet im Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin (07. September 2012 bis 06. Januar 2013) und anschließend in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München (01.Februar 2013 bis 12. Mai 2013). Mittels Ausstellung, Katalog, mehreren Fachartikeln, einer Dissertation und der Datenbank wurden die kunst- und konservierungswissenschaftlichen Forschungsergebnisse einem breiten Publikum zugänglich gemacht.


Projektteam: Prof. Dr. Hein-Th. Schulze Altcappenberg (Leitung), Dr. Rolf Johannsen (Kunstwissenschaften), Dr. Dipl. Rest. Fabienne Meyer (Konservierungswissenschaften), Anna Schulz MA (Projektassistenz)
Ansprechpartner am Kupferstichkabinett: Dr. Anna Pfäfflin, Dr. Dipl. Rest. Fabienne Meyer
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektpartner: Materialprüfungsanstalt (MPA) Stuttgart, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), Fraunhofer Institut für Holzforschung, Braunschweig
Laufzeit: 2009 bis 2012
Publikationen (Auswahl):
Hein-Th. Schulze Altcappenberg, Rolf H. Johannsen und Christiane Lange (Hrsg.): Karl Friedrich Schinkel – Geschichte und Poesie. Ausstellungskatalog, Hirmer Verlag, München;
Hein-Th. Schulze Altcappenberg, Rolf H. Johannsen (Hrsg.): Karl Friedrich Schinkel – Geschichte und Poesie. Das Studienbuch. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2012;
Fabienne Meyer: Flüchtige organische Verbindungen in Graphischen Sammlungen – Eine Bewertung unter Bezugnahme auf die Sammlung Karl Friedrich Schinkel am Kupferstichkabinett Berlin. Dissertation, Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.;
Fabienne Meyer, Georg Josef Dietz: Systematik zur Beschreibung, Eingabe und Verarbeitung kunsttechnologischer Informationen für Zeichnungen auf Papier in Datenbanken