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Textilrestaurierung am Beispiel eines Damenkleides um 1770

Im Rahmen eines Ausstellungsprojektes wurde eine „Robe à l’anglaise“ für die Präsentation vorbereitet. Das um 1770 in England gefertigte Damenkleid besteht aus Oberkleid (Manteau), Bruststecker und einem heute nicht mehr erhaltenen Rock (Jupe).

Die farbig gestreifte Seide des Kleides weist durch Gebrauch und Einwirkung von Feuchtigkeit partielle Verfleckungen auf. Lose aufliegende Stäube konnten durch kontrolliertes Absaugen entfernt werden. Eine frühere, grob ausgeführte Stopfung, die das Gewebe durch Zug belastete, wurde entfernt. An ihrer Stelle wurde der Oberstoff mit farblich passender Seide unterlegt und mit so genannten Spannstichen und Haspelseidenfäden nähtechnisch gesichert.

Für die Präsentation des Kleides wurde ein Untermieder aus Baumwolle angefertigt. Auf diesem sind der separate Stecker sowie ein Verschlussband aus Ösen aufgeheftet. Das Verschlussgegenstück mit Haken wurde dem Kleid eingearbeitet. Zu weiteren Ergänzungen gehören der Rock (Jupe) aus einem passend eingefärbten Seidengewebe, ein Reifrock (Panier) und ein Unterrock. Der Silhouette des Kleides entsprechend wurde eine Figurine passformgenau aus konservatorisch unbedenklichem Material angefertigt.