In der Vortragsreihe „MODE Thema MODE“ stellen internationale Referent*innen Themen zu Kleidung, Mode, Kostüm, Accessoires und Textilien in Hinblick auf Kulturgeschichte, künstlerische Praktiken und gesellschaftliche Rezeption vor. Bereits seit 2003 wird die Veranstaltung von der Kunstbibliothek realisiert.
Die Kunstbibliothek beherbergt in ihren Museumsbeständen eine der weltweit größten Bilder- und Büchersammlungen zur Geschichte der Kleidung: die Sammlung Modebild – Lipperheidesche Kostümbibliothek. Ihr Ursprung liegt in der „Sammlung für Kostümwissenschaft“ des Berliner Verleger-Ehepaares Franz und Frieda Lipperheide, das ihre Bestände 1892 den Königlichen Museen zu Berlin gestiftet hat.
Opportunismus, Resilienz, Widerstand. Textiles Arbeiten in der Zeit des Nationalsozialismus
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Kreativität staatlich reglementiert und ideologisch überformt. Ateliers, Salons und Kaufhäuser der Textil- und Modebranche wurden vereinnahmt und „arisiert“, ihre Eigentümer verfolgt, vertrieben und ermordet. Aber Gestaltung von Textilem und Bekleidung kann in Zeiten der diktatorischen Machtausübung auch bedeuten, Individualität zu bewahren und Stärke im Kampf ums Überleben zu gewinnen, Glücksmomente trotz aller Traumata zu erleben und Hoffnung vor dem Hintergrund flächendeckender Zerstörung zu schöpfen. Im Rahmen der Vortragsreihe wird diesen unterschiedlichen Aspekten des textilen Arbeitens zur Zeit des Nationalsozialismus Sichtbarkeit verliehen.
Programm und Moderation: Britta Bommert