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Betrachtungen zum Jüngsten Gericht

WEITWINKEL. Globale Sammlungsperspektiven

Termin:
Di 06.10.2020 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Ort:
Kulturforum
Angebot:
Vortrag / Erwachsene
Anmeldung:
erforderlich

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Andreas Feldtkeller (Humboldt-Universität zu Berlin) und Dr. Sarah Schönewald (Kuratorin der Ausstellung Anthony Caro: The Last Judgement Sculpture der Sammlung Würth, Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin)

In der Wandelhalle der Gemäldegalerie präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin gemeinsam mit der Sammlung Würth noch bis zum 1. November 2020 Anthony Caros (1924–2013) Installation "The Last Judgement Sculpture", die zwischen 1995 und 1999 entstand und ein Hauptwerk des britischen Künstlers darstellt. Die Motivkreise schöpfte Caro aus biblischen Texten und der antiken Mythologie, aus den Traditionen der modernen Literatur und der bildenden Kunst. Ein konkreter Anstoß für sein Jüngstes Gericht waren jedoch vor allem die Verbrechen während der Jugoslawienkriege in den 1990er Jahren, die für den jüdischen Künstler alarmierende Parallelen zum Holocaust aufwiesen.

Mit der Präsentation des raumgreifenden skulpturalen Ensembles in der Gemäldegalerie wird ein großer Sprung durch die Zeiten, aber auch durch die künstlerischen Gattungen gewagt. So fasste Caro seine Interpretation des Jüngsten Gerichts nicht auf einer Leinwand, sondern in Form einer monumentalen 25-teiligen Skulpturengruppe, in der die künstlerischen Ausdrucksformen der Bildhauerei, Architektur und Malerei auf eine, die tradierten Darstellungsformen sprengende Weise miteinander verbunden sind. Im Gegenüber zu den Alten Meistern ist überdies auch ein näherer Blick auf das Sujet der Installation interessant: Im Rahmen der WEITWINKEL-Veranstaltungsreihe stellen Andreas Feldtkeller und Sarah Schönewald hierbei u.a. die Frage nach einer religionsübergreifenden Perspektive in Caros Werk. Im gemeinsamen Gespräch mit den Teilnehmer*innen wird darüber reflektiert, inwiefern sich "The Last Judgement Sculpture" an verschiedenen Stellen einer vermeintlich nur zu offensichtlichen Alleingültigkeit der christozentrischen Lesart widersetzt, wo Verknüpfungsmomente erfolgreich gesetzt werden können, aber auch an welchen Stellen Differenzen zwischen den Religionen unüberbrückbar erscheinen.


Begrenzte Teilnehmerzahl. Eine Online-Anmeldung über das untenstehende Online-Formular ist erforderlich.

Wir bitten, bei der Veranstaltung die üblichen Abstandsregeln und die Maskenpflicht einzuhalten. 

Betrachtungen zum Jüngsten Gericht
WEITWINKEL. Globale Sammlungsperspektiven
Di 06.10.2020 18:00 Uhr - 20:00 Uhr