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„Das Piranesi-Prinzip“

Im Rahmen zweier Seminarveranstaltungen des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität wurde in Zusammenarbeit mit Studierenden eine Ausstellung zu Giovanni Battista Piranesi (1720-1778) konzipiert und realisiert. Das Projekt diente der experimentellen Vernetzung von Forschung, Lehre und Ausstellung mit dem strategischen Ziel, den wissenschaftlichen Nachwuchs bereits im Studium an die kuratorische Praxis heranzuführen.

Anlass der Ausstellung war der 300. Geburtstag des Multi-Talents Giovanni Battista Piranesi, der im 18. Jahrhundert als Archäologe, Künstler, Architekt, Sammler, Kunsthändler, Designer, Verleger und Autor internationale Karriere machte. Im Mittelpunkt des Projekts standen die weltweit einzigartigen Piranesi-Bestände der Kunstbibliothek und des Kupferstichkabinetts: Piranesis Meisterstiche und monumentale Bücher, Streitschriften, satirische Bilder und noch nie gezeigte Handzeichnungen.

Das erkenntnisleitende Interesse der Studierenden und Kurator*innen richtete sich auf die besondere Methodik Piranesis und seine eklektische Fähigkeit, Ideen und Dinge durch Kombination und Rekombination immer wieder neu transformieren. Dieses „Piranesi“-Prinzip wurde zur Leitidee für die gemeinsame Arbeit an der Ausstellung, am Katalog und am Veranstaltungsprogramm. Zusammen mit den Studierenden und Nachwuchswissenschaftler*innen gelangen nicht nur überraschend neue Perspektiven auf einen alten Meister, sondern auch eine zukunftsweisende Präzisierung des Mediums ‚Ausstellung‘ als Medium der Wissenskommunikation.

Die Dokumentation des Projekts erfolgte in Form eines Ausstellungskatalogs: Das Piranesi-Prinzip, herausgegeben von Moritz Wullen und Georg Schelbert in Zusammenarbeit mit Eva Dalvai, Leipzig 2020.

Exploratives/kreatives Ausstellungprojekt der Kunstbibliothek und des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin


Wissenschaftliches Team: Felicitas von Beughem, Elke Blauert (Kuratorin Sammlung Architektur, Kunstbibliothek), Daniel Dobrigkeit Chinellato, Eva Dalvai, Anita Gröger, Tomke Malin Krohne, Leon Pschierer, Hannah Rathschlag, Charleen Rethmeyer, Dr. Georg Schelbert (Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt Universität zu Berlin), Susanne Schwinge, Marie Wang, Prof. Dr. Moritz Wullen (Direktor Kunstbibliothek)
Gefördert durch: Staatliche Museen zu Berlin mit Unterstützung der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft – Verein der Freunde, der Ehemaligen und Förderer e.V.
Laufzeit: Wintersemester 2019/20 und Sommersemester 2020