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Evaluation von Nutzung digitaler Medien für die Vermittlung immateriellen Kulturerbes

Das Teilprojekt des Instituts für Museumsforschung im Rahmen des Verbundprojekts museum4punkt0 lotet die Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Vermittlung immateriellen Kulturerbes aus. Es fragt danach, welches Potenzial neuere digitalen Formate besitzen, immaterielles Kulturerbe in musealen Kontexten nicht nur zu bewahren und zu vermitteln, sondern auch weiter zu entwickeln und kreativ zu transformieren.

Immaterielles Kulturerbe wird durch Menschen geprägt, als lebendige Tradition von Generation zu Generation weitergegeben und fortgeführt. Wird immaterielles Kulturerbe im Museum “ausgestellt”, durchläuft es im Rahmen seiner Musealisierung stets eine mediale Transformation. In Form von Film- und Tonaufnahmen ist dies bereits seit Jahrzehnten Teil der Ausstellungspraxis. Digitalisierung und Vernetzung erweitern die technischen Möglichkeiten, immaterielles Kulturerbe im Moment “einzufangen” und immersiv zu vermitteln. Zugleich bieten die Plattformen und Dialogfunktionen der jüngsten Mediengeneration eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, ortsunabhängig mit einer Vielzahl von Interessent*innen in Kontakt und Austausch zu treten.

Das Teilprojekt untersucht deshalb, inwiefern die neueren digitalen Formate neben ihrer technisch-innovativen Rolle in Bezug auf Bewahrung und Vermittlung auch einen aktiven Beitrag dazu leisten (können), immaterielles Kulturerbe weiter zu entwickeln und kreativ zu transformieren.

Das Vorhaben dient einer ersten Bestandsaufnahme dieser zukunftsträchtigen Anwendungszusammenhänge digitaler Formate auf dem noch sehr jungen Forschungsfeld des immateriellen Kulturerbes und seiner musealen Vermittlung. Ein komplementäres Forscher/innentandem, bestehend aus einer Kulturanthropolog/in und einer Medienpsycholog/in wird einerseits Daten sammeln, anreichern und als thematische Erweiterung der Plattform museum4punkt0 bereitstellen, und eine erste begrifflichen und konzeptionelle Systematisierung vornehmen. Dabei wird sowohl der Gegenstand (immaterielles Kulturerbe) und seine “Übersetzung” ins Digitale, als auch die affektive Psychologie der verwendeten digitalen Vermittlungs- und Dialogformate in den Blick genommen. Diese Befunde sollen in konkrete best practise Empfehlungen für den Umgang und die Nutzung digitaler Technologien für die Bewahrung, Vermittlung und Weiterentwicklung des immateriellen Kulturerbes überführt werden.


Wissenschaftliches Team: Dr. Friederike Berlekamp, N.N.; Teilprojekt-Leitung: Kathrin Grotz & Dr. Patricia Rahemipour
Kooperationspartner: Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Verbundkoordination), Deutsches Auswandererhaus Bremen, Deutsches Museum München, Museen der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht, Stiftung Humboldtforum im Berliner Schloss, Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, Klassik Stiftung Weimar, Deutsches Historisches Museum, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Varusschlacht im Osnabrücker Land Museum und Park Kalkriese, Historisches Museum Saar, Stiftung deutsches Meeresmuseum, Badisches Landesmuseum, Stiftung Deutsche Kinemathek
Gefördert durch: Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Förderprogramm Neustart Kultur
Laufzeit: Januar 2021 bis Dezember 2021
Projektwebsite: www.museum4punkt0.de