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Vermittlung konflikthafter naturwissenschaftlicher Themen in Ausstellungen

Gemeinsam mit der Technischen Universität München, dem Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) Tübingen und dem Deutschen Museum in München arbeitet das Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin an einem DFG-Transferprojekt.

Das Ziel dieses Projekts ist es, auf Grundlage empirischer Evidenz einen prototypischen Ausstellungsbereich im Deutschen Museum zu konzipieren und zu realisieren, in dem den Museumsbesucher*innen in angemessener Weise konflikthafte Informationen zu einem aktuellen naturwissenschaftlich-technischen Thema vermittelt werden. Zudem soll im Rahmen des Projekts ein evidenzbasiertes, praxisorientiertes Webpräsens zur effektiven Präsentation konflikthafter Informationen in Museen und Ausstellungen erstellt werden.

Konkret soll so das Konzept eines Ausstellungsbereichs zum Thema Fleischproduktion als Teil der 2020 zu eröffnenden Ausstellung Landwirtschaft und Ernährung entstehen und umgesetzt werden. Abschließend ist die summative Evaluation des Ausstellungsbereichs, der Teil der Dauerausstellung des Deutschen Museums werden soll, geplant.

Die empirische Evidenz basiert dabei auf folgenden Quellen: Zum einen aus Ergebnissen der psychologisch orientierten Besucher*innenforschung und der Forschung zur kognitiven Verarbeitung konflikthafter Information, zum zweiten aus den Ergebnissen von zwei Vorläuferprojekten und anderen museumsbezogenen Projekten. Drittens wird in einer Bedarfsanalyse geklärt, wie Kuratoren und Ausstellungsmacher mit der Präsentation konflikthafter Themen umgehen. Außerdem werden Besucher*innen des Deutschen Museums zu ihrem Vorwissen, ihren Einstellungen und ihren Erwartungen hinsichtlich des Themas der Ausstellung befragt. Schließlich sollen in einer Serie von empirischen Studien verschiedene Möglichkeiten der Präsentation konflikthafter Informationen anhand von Designvarianten in ihren motivationalen und kognitiven Wirkungen auf die Besucherinnen und Besucher analysiert und verglichen werden.

Das Institut für Museumsforschung begleitet die empirischen Untersuchungen und entwickelt eine dauerhafte Präsentation zum Thema Vermittlung konflikthafter Themen und forschungsbasierter Ausstellungsentwicklung für die deutschsprachige Museums-Community.


Wissenschaftliches Team: Institut für Museumsforschung: Frank von Hagel, Dr. Patricia Rahemipour
Partner: Technische Universität München School of Education, Leibniz-Institut für Wissensmedien, Deutsches Museum München
Gefördert. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 326617876
Laufzeit: September 2017 bis September 2020