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Chinesische Motive in Kunst aus Japan

20.03.2024 bis 10.06.2024
Humboldt Forum

Tusche und Papier, Seide und Lack, Bronzeverarbeitung und bestimmte Formen der Holzarchitektur, Schrift, Glaubenspraktiken wie der Buddhismus, wesentliche Strukturen staatlicher Organisation sowie Vorstellungen von Kunst wurden – häufig über Korea vermittelt – aus China nach Japan eingeführt. Diese Einflüsse prägten nicht nur Materialien und Techniken, auch Bildmotive und formale Gestaltungselemente fanden Eingang in die Lebenswelten des Inselreichs. Oft wurden sie an lokale Bedürfnisse angepasst und durch Neukombinationen, Ergänzungen oder Weiterentwicklungen transformiert.

Im Zentrum dieser Wechselpräsentation aus Sammlungsbeständen des Museums für Asiatische Kunst stehen chinesische Motive auf Landschafts- und Figurenbildern aus dem Japan des 16. bis 19. Jahrhunderts. Die in China im 11. Jahrhundert etablierten Acht Ansichten aus der Region um die Flüsse Xiao und Xiang in der Provinz Hunan klingen etwa auf einem Landschaftsbild mit einer Darstellung von heimkehrende Segelbooten bei Nachtregen aus dem 16. Jahrhundert an. In adaptierter und transformierter Form erscheinen diese Motive in der Übertragung im Medium des Holzschnitts auf Szenerien aus der Gegend um den Biwa-See bei Kyoto durch Utagawa Hiroshige aus der Zeit um 1835.

Mythos Shōki

Der legendäre Dämonenbezwinger Zhong Kui, der die hohe Achtung für Bildung und das Ideal des Gelehrten-Beamten verkörpert, taucht in Japan als Shōki bezeichnet auf Bildern aus dem 18. und 19. Jahrhundert auf. Farbholzschnitte und ein Blockdruckbuch, die Zhong Kui (Shōki) mit dem legendären Maler Wu Daozi (ca. 680-740) in Verbindung bringen, belegen die anhaltende Popularität und Verbreitung seines Mythos im Japan des frühen 19. Jahrhundert. Vorstellungen des Daoismus, durch bestimmte Praktiken Unsterblichkeit erringen oder sich magische Fähigkeiten aneignen zu können, illustrieren Gruppen gelassener älterer Männer oder der auf einer Gans fliegende Wang Qiao auf einem Rollbild von Katsushika Hokusai.

Idealisiertes China

Mit den Gelehrten-Beamten, die sich in China zumindest in der Theorie durch ihre Fähigkeiten in einem Prüfungssystem qualifizierten, verbindet sich in Japan häufig auch die Sehnsucht nach einer als Ideal empfundenen Festlandskultur, wo Wissen und Bildung mehr gelten als soziale Herkunft und Reichtum. Vorstellungen eines idealisierten China als Reich der Unsterblichen durchdringen etwa in Form von Anspielungen auf den Mythos vom Tal des Pfirsichblütenquells sogar die häufig auch stilistisch an chinesischen Vorbildern orientierten Landschaftsmalereien. Sie zeigen Sehnsuchtsorte japanischer Maler und belegen über Jahrhunderte kultivierte Formen des Kulturtransfers sowie der Aneignung und Adaption.


Eine Wechselpräsentation des Museums für Asiatische Kunst im Humboldt Forum, Raum 318, „Kunst aus Japan“.

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