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Abformtechniken

Bis ein Abguss zum Verkauf angeboten werden kann, ist ein aufwendiges handwerkliches Verfahren notwendig, das je nach Größe und Komplexität des Werks monatelange Arbeit erfordert. Der Weg vom Original zum Gipsabguss umfasst im Wesentlichen drei Schritte: die Herstellung der Form, den Guss und schließlich die Bemalung.

Zu Beginn steht die Herstellung eines „Modells“, welches als Stellvertreter des Originals und als Ausgangsobjekt aller weiteren Abgüsse archiviert wird.

Die Gipsstückform

Die Gipsstückform ist die traditionelle Technik des 19. Jahrhunderts. In mehreren Arbeitsschritten wird von der archivierten Form ein Abdruck genommen. Nachdem die Negativform ausgegossen und ausgehärtet ist, wird der Abguss geschliffen und nachbearbeitet. Der große Vorteil hierbei ist die Haltbarkeit des Endprodukts, die Verwendung jedoch arbeitsintensiv.

Die Silikonform

Heute werden Originalabformungen oft mit Silikon vorgenommen. Diese Herangehensweise wird besonders für sehr gefragte Stücke angewandt. Als Abformmaterial ist Silikon ebenso exakt, aber im Gegensatz zur Gipsstückform elastisch. Sie müssen aber nach etwa zehn Jahren erneuert werden.

Der 3-D-Scan

Das neueste Verfahren ist der 3-D-Scan, bei dem mithilfe eines berührungsfreien Scanners das Bildwerk dreidimensional erfasst und anschließend in ein virtuelles Modell aus Tausenden von Einzelpunkten umgewandelt wird. Dieses wird dann von einem 3-D-Drucker Schicht für Schicht aufgebaut. Das 3-D-Verfahren ist noch sehr kostspielig und erfordert im Gegensatz zu den traditionellen Verfahren auch eine Nachbearbeitung des Modells. Es ermöglicht jedoch eine Abformung besonders empfindlicher Originale.

Die Gipsformerei versucht daher nach einer ausführlichen Analyse des abzuformenden Originals die richtige Technik zu finden. Manchmal ist es eine Kombination. So hat die Gipsformerei mit der Technischen Universität Berlin ein hybrides Abgussverfahren entwickelt, das analoge und berührungsfreie Techniken vereint.