Sammlungen Online, Open Access, Wikimedia Commons: Staatliche Museen zu Berlin erweitern digitales Angebot

27.06.2022

Die Staatlichen Museen zu Berlin stellen ab sofort hochauflösende Werkabbildungen aus ihren 19 Sammlungen und Instituten auf der neuen Website sammlung.smb.museum zur freien Verfügung. Darüber hinaus werden die Nutzungsmöglichkeiten von Reproduktionen gemeinfreier Werke grundlegend erweitert sowie digitale Reproduktionen sukzessive über Wikimedia Commons bereitgestellt. Bereits jetzt können mehr als 270.000 Objekte aus unterschiedlichen Epochen und Regionen online entdeckt, erforscht und erkundet werden. 

Sammlungen Online: Das Online-Portal der Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin

Als neues digitales Schaufenster in die Ausstellungen und Depots der 19 Sammlungen und Institute löst die Website sammlung.smb.museum die seit 2012 aktive Datenbank „SMB-digital“ ab und richtet sich künftig neben dem wissenschaftlichen Fachpublikum explizit an Besucher*innen. Auf Basis von Erhebungen und nutzer*innen-zentrierten Methoden wurden die Module „Recherche“, „Themen“ und „Touren“ entwickelt, die das individuelle Museumserlebnis digital ergänzen und vertiefen sollen.

Im Modul „Recherche“ sind die digital zugänglichen Bestände mithilfe einer Suchmaske und Volltextsuche erkundbar. Mit umfangreichen Filtermöglichkeiten werden den Nutzer*innen Werkzeuge für eine effiziente Suche an die Hand gegeben. Dieses Angebot wächst stetig; Mitarbeiter*innen der Sammlungen aktualisieren und erweitern den Bestand regelmäßig. Neben detaillierten Objektinformationen wird das neue Portal künftig auch hochauflösende Objektbilder mit Zoomfunktion und Downloadmöglichkeit sowie weiterführende Materialien wie Akten oder audiovisuelle Medien bereitstellen. In einem nächsten Schritt wird eine öffentlich zugängliche Online-Schnittstelle (API) gemeinfreie Museumsdaten nutzbar machen.

Noch in der Entwicklung befindet sich das Modul „Themen“, das künftig neben vertiefenden Informationen und hochauflösenden Abbildungen zu zahlreichen Dauer- und Sonderausstellungen auch erzählerische Inhalte, kuratierte Konvolute, Videos und interaktive Elemente aus dem vielfältigen Kosmos der Staatlichen Museen zu Berlin bieten wird. Als digitale Vorbereitung und Begleitung für den bevorstehenden Museumsbesuch wird das Modul „Touren“ den Nutzer*innen künftig Hilfe beim Planen und Organisieren der Zeit vor Ort bieten: Führungen mit hilfreichen Wegbeschreibungen, anregenden Fragestellungen und weiterführenden Kontextinformationen werden dann das individuelle Museumserlebnis abrunden.

Zu weiteren Meilensteinen werden inklusive Angebote in Leichter Sprache und Deutscher Gebärdensprache zählen. Auch eine englische Sprachversion ist in Vorbereitung.

Die Online-Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin sind eines von vielen Vermittlungsangeboten von „(De-)Coding Culture – Kulturelle Kompetenz im virtuellen Raum“, einem Teilprojekt von „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“. Das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Verbundprojekt hat seit 2017 eine große Bandbreite an Applikationen und Prototypen entwickelt, die den Museumsbesuch auf vielfältige Weise in den digitalen Raum erweitern.

Creative-Commons-Lizenzen für hochauflösende Objektabbildungen

Auf Grundlage der jüngsten Anpassungen des Urheberrechtsgesetzes und der „Open Science Policy“ der Stiftung Preußischer Kulturbesitz erschließen die Staatlichen Museen zu Berlin neue Potentiale für die Nutzung ihrer digitalen Angebote. So wird der größtmögliche Zugang zu Objektabbildungen und Daten der in den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin bewahrten Kulturgüter ermöglicht. Den Nutzer*innen werden zudem weitgehende Möglichkeiten zur Weiterverwendung der Objektabbildungen und Daten geboten.

Die erlaubten Nutzungsformen sind einfach durch die Verwendung von Creative-Commons-Lizenzen erkennbar. Ein erheblicher Teil der Objektabbildungen wird künftig mit der „Public Domain Mark“ ausgezeichnet und ist damit ohne jede Einschränkung nutzbar. Die Rechte Dritter, „Fair“-Prinzipien sowie die „Care Principles for Indigenous Data Governance“ werden berücksichtigt. Die Bildnachweise auf den Websites der Staatlichen Museen zu Berlin werden sukzessive auf die neuen Nutzungsformen umgestellt. Besonders hochauflösende Scans können bei den jeweiligen Sammlungen und Instituten angefragt werden.

Gemeinfreie Werke in Wikimedia Commons

Parallel stellen die Staatlichen Museen zu Berlin unter Federführung des Instituts für Museumsforschung Abbildungen und die dazugehörigen Metadaten gemeinfreier Werke über Wikimedia Commons, das freie Medienrepositorium der gemeinnützigen Wikimedia Foundation, als „Open Access“ zur freien Nutzung uneingeschränkt zur Verfügung.

Als Auftakt können in Kürze Abbildungen und Metadaten von rund 400 Objekten aus den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin über Wikimedia Commons weltweit frei genutzt werden. Der Bestand der Abbildungen wird in Folge stetig ausgebaut. Ziel ist es, den größtmöglichen offenen Zugang zu den Reproduktionen des von den Staatlichen Museen zu Berlin bewahrten kulturellen Erbes zu ermöglichen. Alle bereitgestellten Objektdaten werden von den Kurator*innen der einzelnen Sammlungen für die Veröffentlichung freigegeben; eine Selektion findet ausschließlich hinsichtlich der rechtlichen Eignung für Wikimedia Commons statt.

Durch die aktive Bereitstellung über den institutionellen Account der Staatlichen Museen zu Berlin wird sichergestellt, dass sowohl die inhaltlichen Angaben zu den Objekten als auch die rechtlichen Informationen zu den Digitalisaten auf dem jeweils aktuellen Forschungsstand sind.

Mit ihrer Open-Access-Strategie gehen die Staatlichen Museen zu Berlin einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung digitaler Teilhabe. Als international vernetzte Forschungseinrichtung ist uns die digitale Transformation ein ebenso zentrales Anliegen wie die Stärkung der öffentlichen Sichtbarkeit des von uns verwahrten Kulturerbes. Die nun entwickelten Angebote stellen dabei einen aktuellen Zwischenstand dar und werden regelmäßig erweitert. Wir freuen uns auf das Feedback unserer Nutzerinnen und Nutzer.

Christina Haak, Stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin