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Johann Jakob Schlesinger (1792–1855)

Künstler – Kopist – Restaurator

Das Forschungsprojekt befasste sich mit dem ersten Restaurator der Berliner Gemäldegalerie, Johann Jakob Schlesinger. Zugleich erschloss die monografisch angelegte Untersuchung die Restaurierungsgeschichte der Sammlung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Personen, Orte, Chronologie, Restaurierungsmaßnahmen).

Während der Einrichtungsphase der Königlichen Gemäldegalerie 1824 bis zur Eröffnung 1830 war Schlesinger maßgeblich an einem der umfangreichsten Restaurierungsvorhaben im deutschsprachigen Raum des frühen 19. Jahrhunderts beteiligt. Unter seiner fachlichen Leitung wurde der Kernbestand der Gemäldegalerie, der größtenteils aus der Sammlung Solly stammte, restauriert. Als erster angestellter Restaurator der Königlichen Museen, der späteren Staatlichen Museen zu Berlin, war Schlesinger ab 1831 in alle Belange der Sammlung einbezogen.

Die Erforschung der damaligen Materialien und Methoden erlaubt nicht nur Rückschlüsse auf den Erhaltungszustand einzelner Gemälde der Sammlung, sondern erweitert den Sach- und Wissensstand über die Gemälderestaurierung im deutschsprachigen Raum des 19. Jahrhunderts. Der Quellenwert eines der ersten Fachbücher über Gemälderestaurierung, „Ueber Restauration alter Oelgemälde“ von Christian Koester, wurde an Hand der Praxis Schlesingers vergleichend untersucht und neu bestimmt. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass die Schrift Koesters die maßgeblichen Restaurierungsmethoden dokumentiert, die man im Königlichen Restaurierungsatelier unter der Leitung Schlesingers anwandte. Christian Koester – Freund, Berufskollege und Schwager Schlesingers – war von 1824 bis 1829 Mitarbeiter des Berliner Ateliers.

Für das Verständnis seines restauratorischen Wirkens war der Einbezug von Schlesingers künstlerischem Œuvre – Gemälde und Kopien nach Werken Alter Meister –unerlässlich. Die erstmalige Bestandsaufnahme dieser Werke wurde in kommentierten Verzeichnissen erfasst.

  • Ute Stehr: „Die Gutachten von Johann Jakob Schlesinger (1792–1855) über Schriften von Friedrich Lucanus und Friedrich Knirim“, in: Zeitschrift für Kunsttechnologie und Konservierung 24,2 (2010), S. 337–351.
  • Ute Stehr: „Johann Jakob Schlesinger (1792–1855) Künstler – Kopist – Restaurator“, in: Jahrbuch der Berliner Museen 53 (2011), Beiheft, Berlin 2012, S. 11–24.
  • Ute Stehr: „Christian Koesters Schrift „Ueber Restauration alter Oelgemälde“ und die Praxis des Restaurators Johann Jakob Schlesinger – ein Beitrag zur Geschichte der Gemälderestaurierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts“, in: VDR Beiträge zur Erhaltung von Kunst- und Kulturgut 2 (2012), S. 83–95.
  • Ute Stehr: „Die Anwendung historischer Techniken in der Gemälderestaurierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Berlin“, in: Historische Techniken und Rezepte. Teil 2: Vergessen und wiederentdeckt, Beiträge des 9. Konservierungswissenschaftlichen Kolloquiums in Berlin/Brandenburg am 20. November 2015 in Berlin-Dahlem, Arbeitshefte des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums 36 (2015), S. 102–111.

Ziele und Ergebnisse: Erforschung der Restaurierungsgeschichte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Teil der Sammlungsgeschichte, Erkenntnisse über historische Restaurierungsmaßnahmen an Gemälden
Projektträger: Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK), Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin
Projektverantwortliche: Dr. Ute Stehr (Restauratorin an der Gemäldegalerie, Staatlichen Museen zu Berlin)
Projektbeteiligte: Prof. Dr. Ulrich Schießl (HfBK Dresden)
Kooperationspartner: Zentralarchiv, Staatlichen Museen zu Berlin; Geheimes Staatsarchiv, SPK; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg; Alte Nationalgalerie, Staatlichen Museen zu Berlin; Stiftung Stadtmuseum, Berlin; Historisches Museum der Pfalz, Speyer; Dombauamt Speyer; Kurpfälzisches Museum, Heidelberg; Erkenbert-Museum, Frankenthal; Kunsthalle Mannheim; Kunsthalle Karlsruhe
Laufzeit: 2002 bis 2010