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Hugo van der Goes. Forschungen zum Künstler und seinem Œuvre

Hugo van der Goes ist der wichtigste niederländische Maler in der Zeit nach Jan van Eyck und Rogier van der Weyden. Seine Figuren besitzen eine neue Lebendigkeit und Emotionalität. Zugleich zeigt er sich als herausragender Kolorist. Sein Einfluss auf nachfolgende Künstler reicht weit in das 16. Jahrhundert hinein. In den vergangenen 150 Jahren hat zudem sein persönliches Schicksal größeres Interesse hervorgerufen: Am Ende seines Lebens verfiel Hugo van der Goes einer Geisteskrankheit und wurde daher oft mit modernen Vorstellungen vom künstlerischen Genie und Wahnsinn in Verbindung gebracht.

Die Gemäldegalerie besitzt mit zwei großformatigen Hauptwerken und einem Tüchlein einen gewichtigen Teil der insgesamt 14 erhaltenen Arbeiten des Künstlers. Damit verfügt die Sammlung über einzigartige Ausgangsbedingungen, um den Maler und sein Œuvre umfassend zu erforschen und die Ergebnisse in einer monografischen Ausstellung zu präsentieren. Zentrale Aspekte der ausstellungsvorbereitenden Untersuchungen betrafen die kontrovers diskutierte Abfolge von Hugos Werken, die Rekonstruktion nicht vollständig erhaltener Stücke und die Beziehungen des Malers zu Künstlern der vorausgehenden Generation sowie zu den gesellschaftlichen Kreisen um den burgundischen und habsburgischen Hof.

Die zahlreichen neuen Erkenntnisse zu diesen Problemfeldern sowie übergreifenden Aspekten, etwa zur Arbeitssituation von Malern in Klöstern (Katrin Dyballa), mündeten in der Ausstellung „Hugo van der Goes. Zwischen Schmerz und Seligkeit“ (Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin, 30. März bis16. Juli 2023), einem begleitenden, umfassenden Katalog sowie in einem internationalen Forschungskolloquium mit 15 Vorträgen. Der Katalog umfasst grundlegende Beiträge von insgesamt 17 Autor*innen des In- und Auslands, ein ergänzender Tagungsband befindet sich in Vorbereitung.

Stephan Kemperdick, Erik Eising (Hrsg.): „Hugo van der Goes. Zwischen Schmerz und Seligkeit“ (Ausst.-Kat. Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin, 30.März bis 16. Juli 2023), München 2023.

Darin u. a.:

  • Stephan Kemperdick: „Hugo van der Goes. Verlust und Wiederentdeckung eines außergewöhnlichen Künstlers“, S. 11–18.
  • Stephan Kemperdick: „Ein Maler im Burgunderreich. Hugo van der Goes und seine Beziehungen“, S. 25–34.
  • Erik Eising: „Hugo van der Goes und die Nachfolge Rogier van der Weydens“, S. 35–44.
  • Till-Holger Borchert: „Die Nachfolge des Hugo van der Goes“, S. 71–80.

Stephan Kemperdick: “Hugo van der Goes’s Monforte Altarpiece and the Challenge of a Modern Reconstruction, in: “Curator`s Project”, www.codart.nel, 2023.

„Hugo van der Goes. International Colloquium“, Gemäldegalerie, 14./15. Juli 2023, organisiert von Stephan Kemperdick und Erik Eising, Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin

2023

Stephan Kemperdick: „Introduction to the Exhibition Hugo van der Goes. Between Pain and Bliss“, Internationales Kolloquium „Hugo van der Goes“, Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin, 14./15. Juli 2023

Erik Eising: „Hugo van Der Goes. New Suggestions on His Artistic Sources, Based on the Vienna Diptych“, Internationales Kolloquium „Hugo van der Goes“, Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin, 14./15. Juli 2023

Stephan Kemperdick: „The Monforte Altarpiece, Its Possible Patron and the Habsburgs“, Internationales Kolloquium „Hugo van der Goes“, Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin, 14./15. Juli 2023

Stephan Kemperdick: „Hugo van der Goes. Rationales Arbeiten an Visionen“, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München, 22. Februar 2023

2022

Stephan Kemperdick: „Hugo van der Goes and Pictorial Logic, Vortrag am Kunsthistorischen Institut Florenz, 2. Dezember 2022

Stephan Kemperdick: „Hugo van der Goes's Idiosyncrasies and Maniera in Visible and in Infrared Light“, keynote lecture, XXIInd Symposium for the Study of Underdrawing and Technology in Painting ‘Alla maniera’: Technical Art History and the Meaning of Style in 15th to 17th Century Painting, UC Louvain, Online, 28. bis 30. März 2022


Ziele und Ergebnisse: Objektbezogene Forschung zu den Berliner Gemälden des Hugo van der Goes, seinem Œuvre sowie zu den historischen Kontexten seines Schaffens
Projektträger: Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin
Projektverantwortliche: Dr. Stephan Kemperdick (Kustos für deutsche, niederländische und französische Malerei vor 1600 der Gemäldegalerie), Dr. des. Erik Eising (seit 2020 wiss. Mitarbeiter der Gemäldegalerie)
Projektbeteiligte: Till-Holger Borchert (ehem. Groeningemuseum Brügge / Museen Aachen), Anja Wolf (Gemälderestauratorin der Gemäldegalerie), Ramona Roth (Gemälderestauratorin der Gemäldegalerie ), Bertram Lorenz (Rahmenrestaurator der Gemäldegalerie)Laufzeit: 2018 bis 2023