Erwerbungsbücher der Gemäldegalerie

Die Erwerbungsbücher werden derzeit gesichtet, digitalisiert und kontinuierlich zugänglich gemacht.

Die Inventare der Gemäldegalerie und des Kaiser Friedrich Museumvereins Berlin

Obgleich die Gemäldegalerie bereits 1830 eröffnete und der damalige Direktor Gustav F. Waagen einen umfassenden Sammlungskatalog der ausgestellten Werke vorlegte, begann die juristisch relevante Inventarisierung der Sammlungsbestände erst drei Jahre später 1833. Waagen ordnete sein Verzeichnis von 1830 kunsthistorisch nach Malerschulen (I-III). Das Nummerierungssystem der Gemälde folgte dieser Ordnung, sodass den Werken eine römische Zahl und eine arabische, fortlaufende Zahl zugeordnet war (I.134). Diese 1830 von Waagen eingeführte Nummerierung wurde 1833 für das erste Inventar übernommen. Mit dem Erscheinen der achten Auflage von Waagens Sammlungskatalog 1845 erfolgte die Umstellung auf eine schulunabhängige, durchgängige Zählung (arabische Nummerierung) der Bestände. Um 1884 wurde ein neues, zweites Inventar angelegt, das von Waagens „Kat.Nrn.“ ausgeht, jedoch auch spätere Erwerbungen in die Reihenfolge einfügt. Diese Nummern wurden „neue Inv.Nrn.“ genannt, die von 1833 als „alte Inv.Nr.“ bezeichnet. Die Daten zu den Objekten wurden auf einzelnen Inventarkarten festgehalten. Trotz der Inventare setzten sich die „Kat.Nr.“ in der Berliner Gemäldegalerie als maßgebliche Identifikationsnummern der Gemälde durch. In der gesamten Forschungsliteratur wird bis heute die Angabe „Kat.Nr.“ verwendet, nie die Inventarnummer.

Die fortlaufenden Inventare I –V der Gemäldegalerie umfassen den Zeitraum von 1833 bis 1944 (1833-1886, 1886-1890, 1872-1895, 1896-1924, 1924-1944). Zusätzlich erfolgten Nachinventarisierungen. Zudem legte man 1936-1943 das sogenannte „Nebeninventar“ (B-Inv.) an, in dem alter, aus verschiedenen Gründen bis dahin nicht inventarisierter Bestand, Pfandgut der Dresdner Bank, ehemaliger Besitz von Logen etc. aufgenommen und nachinventarisiert wurden.

1894 erfolgte die Überweisung des Hauptbestands der Miniaturen aus dem Kupferstichkabinett. Im selben Jahr wurde ein eigenes Erwerbungsbuch für Miniaturen angelegt. Nachdem ein Teil dieses Bestandes aussortiert und 1907 versteigert worden war, übertrug man den verbliebenen Bestand in ein neu angelegtes Inventarbuch der Miniaturen.

1938 wurde das alte handschriftliche Inventar, das Nebeninventar sowie das Miniatureninventar transkribiert und maschinenschriftlich festgehalten. Diese Übertragung stellte sich für die Gemäldegalerie als überaus glücklich dar, wurden im Zweiten Weltkrieg doch fast alle originalen Inventare des Bestandes vernichtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit der Teilung der Sammlung in die Standorte Ost (Bode-Museum, Museumsinsel) und West (Gemäldegalerie Dahlem) wurden jeweils neue Erwerbungsbücher angelegt und fortlaufend geführt, im Bode-Museum von 1952 bis 1997, in Dahlem ab 1950. Nur das Dahlemer Inventarbuch wurde nach der Wiedervereinigung der beiden Sammlungen 1998 als gemeinsames Erwerbungsbuch weitergeführt. Seine Fortsetzung erfolgte in einem 2009 angelegten, derzeit noch gültigen Zugangsverzeichnis.

Neben den Bildern besitzt die Gemäldegalerie auch einen großen Bestand an Rahmen, der ab 1950 zunächst nur in Dahlem systematisch in Inventarbüchern erfasst, dann aber nach der Wiedervereinigung weitergeführt und um Altbestände erweitert wurde, so dass heute insgesamt drei Erwerbungsbücher zu den Rahmen vorliegen (1950-58, 1959-90, 1991-93)

1897 gründete sich der Kaiser Friedrich Museumsverein als einer der ersten Freundeskreise staatlicher Kunstmuseen in Deutschland. Der Verein erwarb im Laufe seines 125-jährigen Bestehens etwa 300 Kunstwerke, welche der Gemäldegalerie und der Skulpturensammlung als Leihgaben dauerhaft zur Verfügung stehen. Die Erwerbungen des Kaiser Friedrich Museumsverein wurden in zwei Inventarbüchern des Vereins fortlaufend erfasst.

Literatur

G. F. Waagen, Verzeichnis der Gemälde-Sammlung des Königlichen Museums zu Berlin, Berlin im Juli 1830 (1. Auflage). Reprint (Berlin 1998) mit Anmerkungen und Konkordanz von Rainer Michaelis.

Handschriftlicher Gemäldekatalog von Hirt/Waagen 1823-1828 (PDF, 114 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 1821-1827 (1. Kl. Nr. 1 – 14. Kl. Nr. 78)

„Bilder, welche der Bestimmung von 1823 zufolge in der Galerie des Museums eine Aufnahme finden sollten“ (1823–28)

Im November 1821 kaufte der preußische Staat ein gewaltiges Gemäldekonvolut an: die Sammlung des englischen Großkaufmanns Edward Solly (1776–1844). Dieser lebte zwischen 1815 und 1819 in Berlin und brachte in diesen wenigen Jahren über 3000 Bilder zusammen. Die Werke kamen vor allem aus Italien und den Niederlanden. Neben Alten Meistern des 16. und 17. Jahrhunderts waren auch viele Tafelbilder des Spätmittelalters und der Renaissance darunter – eine Besonderheit, die bis heute der Gemäldegalerie ihr Gepräge gibt. Unmittelbar nach dem Ankauf wurde Sollys riesiges Bilderdepot aufgelöst. Das hier gezeigte Verzeichnis ist Ergebnis dieser umfassenden Ordnungsaktion von 1822–23, die der Archäologe und frühe Berliner Museumsplaner Aloys Hirt (1759–1837) vornahm. Nachdem er weit über eintausend Bilder als unbrauchbar aussortiert oder für mögliche Tauschgeschäfte beiseite geräumt hatte, sortierte er die übrigen knapp 1700 Gemälde in vierzehn Klassen, geordnet nach regionalen Schulen und Epochen.

Viele Bilder der Sammlung Solly wurden hier erstmals erfasst. Das vorliegende Verzeichnis von Hirts Hand ist die auf Mitte 1823 zu datierende Reinschrift, die in den Folgejahren weiter bearbeitet wurde: Einzelerwerbungen für die künftige Gemäldegalerie, die bis dahin erfolgt waren, sind unter fortlaufenden Nummern einbezogen, spätere dagegen nachgetragen.  Konkordanzen, also identifizierende Verweise, zu älteren Teilinventaren  der Sammlung Solly sind ebenso ergänzt wie Bemerkungen zu Restaurierungen, Rahmungen und veränderte Zuschreibungen. Die Korrekturen einschließlich des Verzeichnistitels stammen von Gustav Friedrich Waagen (1794–1868), der die Sammlung zunächst als Assistent mitbearbeitete und 1829 die Hauptverantwortung für die Auswahl der künftigen Galerie übernahm, deren erster Direktor er 1830 wurde. Waagen verwarf die meisten von Hirt vorgenommenen Zuschreibungen und lockerte das strenge Schema einer auf Italien und den deutsch-niederländischen Raum konzentrierten Kunstentwicklung auf: Eine solche hatte Hirt mit den Bildern aus der Sammlung Solly rekonstruiert, und sie spiegelt sich in diesem Verzeichnis.

Robert Skwirblies

Bestandskatalog Italienische Meister (PDF, 287 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 1815-1862 (Lfd.-Nr. 1.1/ I. 15 – 548.511/ I. 470)

Inventar I 1833-1886
verschollenes Inventar

Inventar II 1886-1890
verschollenes Inventar

Inventar III 1872-1895
verschollenes Inventar

Inventar IV 1896-1924
verschollenes Inventar

Inventar V 1924-1944
verschollenes Inventar

Transkript v. Inventaren I – II [= Gesamtinventar I - II 1833-1890] (PDF, 127 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 1815-1870 (Neue Inv. Nr. 1 – 1838)

Transkript v. Inventaren III – V [= Gesamtinventar III - V 1872-1944] (PDF, 102 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 1866-1938 (Neue Inv. Nr. 1 – 1216)

B-Inv-Nebeninventar [= Pfandgut Dresd. Bank] (PDF, 39 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 1936-1958 (Neue Inv. Nr. B1 – B244)

Inventar der Miniaturen 1894-2018 (PDF, 195 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 1894-2018 (Lfd.-Nr. 8 – 635)

Inventar VI 1948-1997 (PDF, 43 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 1948-1997 (Lfd.-Nr. VI 8/2185 – VI 105/2288)

Inventar 1950-2006 (PDF, 109 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 1950-2006 (Lfd.-Nr. 1950/1 – 2006/1)

Inventar 2009-2021 (PDF, 12 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 2009-2021 (Lfd.-Nr. 2009/1 – 2021/2)

Rahmeninventar I 1950-1958 (PDF, 51 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 1950-1958 (Lfd.-Nr. 1950/1 – 1958/41)

Rahmeninventar II 1959-1990 (PDF, 83 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 1959-1990 (Lfd.-Nr. 1959/1 – 1990/281)

Rahmeninventar III 1991-1993 (PDF, 54 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 1991-1993 (Lfd.-Nr. 1991/1 – 1993/699)

Inventar KFMV I 1897-2017 (PDF, 46 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 1897-2017 (Lfd.-Nr. 1897/4 – 2017/309)

Inventar KFMV II 2019 (PDF, 4 MB)
Nachweiszeitraum der Zugänge 2019-2019 (Lfd.-Nr. 2019/310)