Neues Licht für Alte Meister: Das neue Beleuchtungskonzept für die Gemäldegalerie

Die Gemäldegalerie setzt derzeit ein innovatives Beleuchtungskonzept um. Dadurch kommt es bis Herbst 2023 zu Teilschließungen.

Die Berliner Gemäldegalerie setzt von Oktober 2021 bis 2023 ein innovatives Beleuchtungskonzept um. Es wird sowohl in konservatorischer und ästhetischer als auch in ökologischer Hinsicht eine wesentliche Verbesserung darstellen. Durch reduziertes Oberlicht, eine harmonische Grundbeleuchtung und präzise gesetzte Lichtakzente auf einzelne Werke kann die Präsentation der Sammlung optimiert werden.

Um den Besuchsbetrieb unvermindert aufrechterhalten zu können, wurde auf eine vollständige Schließung des Hauses verzichtet. Die Umsetzung des Beleuchtungskonzepts erfolgt daher in insgesamt vier Bauabschnitten, die jeweils ein halbes Jahr geschlossen sein werden.

Eintritt

Aufgrund der Einschränkungen ist der reguläre Eintrittspreis der Gemäldegalerie für die Dauer der Teilschließungen auf 8 € (ermäßigt 4 €) reduziert.

Bauabschnitte

Als erster Bauabschnitt wird der Bereich der niederländischen Malerei des 16. Jahrhunderts, der flämischen und teilweise holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts (Saal VI- IX, Kabinett 6-15) geschlossen. Dieser ist vom 25. Oktober 2021 bis voraussichtlich 2. April 2022 nicht zugänglich.

Eine Auswahl der Hauptwerke aus den geschlossenen Bereichen wird jeweils in den angrenzenden Räumen zu sehen sein. Die Highlights aus den geschlossenen Räumen des ersten Bauabschnitts werden in Saal XI und Kabinett 16 präsentiert: Übersicht der ausgestellten Highlights (PDF, 718 KB).

Geplante Bauabschnitte und -zeiten

  • Rembrandt bis europäische Malerei des 18. Jahrhunderts

  • Saal X-XIV, Kabinett 16-26

  • Deutsche und niederländische Malerei des 13. Bis 16. Jahrhunderts

  • Saal I-V, Kabinett 1-5

  • Italienische Malerei des 13. und 16. Jahrhunderts

  • Saal XV- XVIII, Kabinett 29-41

Lichtkonzept

Das neue Beleuchtungskonzept beruht im Wesentlichen auf drei Komponenten: Reduzierung des natürlichen Oberlichts, Regulierbarkeit der indirekten Beleuchtung und dem Einsatz zusätzlicher Spots.

Nach Abschluss der Arbeiten kann das über Vouten indirekt eingebrachte Licht in den Ausstellungsräumen bis auf 20 LUX gedimmt werden. Dies ermöglicht zukünftig neben den Gemälden auch die Präsentation von sehr lichtempfindlichen Objekten, wie beispielsweise Arbeiten auf Papier. Damit wird sich die sammlungsübergreifende Präsentation verschiedener Medien und Gattungen sehr viel flexibler gestalten lassen, als dies bisher der Fall war.

Der Einsatz von zusätzlichen Spots wird zudem ermöglichen, Bilder besser zu inszenieren, ihre besondere Beschaffenheit hervorzuheben oder auch ganze Gruppen von Werken harmonisch zusammenzufassen.

Nachhaltigkeit

Mit der Umstellung der Innenbeleuchtung auf LED wird diese energiesparend und nachhaltig. Zugleich ermöglicht sie eine verbesserte Ausleuchtung der Objekte. Wertvolle Energieressourcen können eingespart und gleichzeitig die Bilder geschont werden. Damit erhält die Gemäldegalerie ein zeitgemäßes, nachhaltiges Lichtkonzept bei optimaler konservatorischer und ästhetischer Präsentation ihrer Kunstwerke.

Förderung oder Finanzierung

Die Modernisierung des Beleuchtungssystems wird ermöglicht dank einer großzügigen finanziellen Förderung der Adolf Würth GmbH & Co.KG.