Fantastische Tierwesen in der Graphik des 15. bis 18. Jahrhunderts

01.02.2022 bis 12.06.2022
Gemäldegalerie

Einmal auf einem Glücksdrachen fliegen, einem Niffler bei der Schatzsuche folgen oder einen Ork besiegen: Fantastische Tiere, Fabelwesen und Monster spielen in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur sowie in Fantasy- und Science-Fiction-Filmen eine große Rolle. Das Kupferstichkabinett präsentiert dazu in seinem Kabinett in der Gemäldegalerie rund 30 virtuose Druckgraphiken, Kupferstiche und Radierungen des 15. bis 18. Jahrhunderts, die die lustvolle Freude am Erfinden des Fabelhaften und Merkwürdigen zeigen.

Schon lange vor aktuellen Neuschöpfungen wie den Grüffelo oder Schlickschlupfen und Flubberwürmern aus den Romanen von J. K. Rowling beschäftigten sich Autor*innen und Künstler*innen mit realen Tieren und zauberhaften Geschöpfen, deren Existenz in Legenden beschworen, in enzyklopädischen Kompendien beschrieben und in Kunstwerken erdacht wurde.

Bereits ägyptische Skulpturen, griechische Vasen und persische Miniaturen zeigen Mischwesen aus verschiedenen Tieren, die religiöse und symbolische Funktionen übernahmen. Zugleich konnten mit ihrer Hilfe unbekannte Naturphänomene erklärt, aber auch Ängste und Fremdheiten thematisiert werden. Die Wandlungsfähigkeit dieser Tierwesen hat die Kunst ebenso beschäftigt wie ihr durchaus ambivalentes Verhältnis zum Menschen, das zwischen dem schrecklich Bösen und dem göttlich Guten changiert.

Die kleine thematische Ausstellung präsentiert rund 30 Druckgraphiken des 15. bis 18. Jahrhunderts aus den reichen Beständen des Kupferstichkabinetts, die fantastische Tierwesen zeigen – darunter Arbeiten von u. a. Lucas Cranach d. Ä., Giulio Bonasone oder Hendrick Goltzius. Virtuose Kupferstiche und detaillierte Radierungen verdeutlichen die lustvolle Freude am Erfinden und Ausformulieren des Fabelhaften und Merkwürdigen, sei es als Ornament, als Darstellung der Hölle oder als Erzählung der griechischen Mythologie. 

Eine Sonderausstellung des Kupferstichkabinetts in der Gemäldegalerie.

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