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Rückgaben und nachhaltige Zusammenarbeit: Kamerun und Deutschland im Dialog

19.01.2024
Ethnologisches Museum

Am 16. Januar 2024 ist ein Dialogtreffen am Stuttgarter Linden-Museum zu Ende gegangen, an dem elf deutsche Museen, kamerunische Delegierte des Interministeriellen Komitees für die Rückführung illegal ausgeführter Kulturgüter sowie Vertreter*innen traditioneller Königshäuser aus Kamerun teilgenommen haben.

Es war der zweite Besuch von Delegierten des für die Durchführung von Restitutionen eingesetzten Komitees in Deutschland nach einem ersten Treffen im Oktober 2023 in Berlin. Auf dem dreitägigen Dialogtreffen in Stuttgart, an dem erstmals alle deutschen Museen mit mehr als 500 Objekte umfassenden kamerunischen Sammlungen teilgenommen haben, sprachen die Teilnehmer*innen über mögliche Wege der Rückgabe von Kulturgütern nach Kamerun und über eine nachhaltige Zusammenarbeit.

Beteiligte Museen sind das Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin, das Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig, das Landesmuseum Hannover, das Linden-Museum Stuttgart, das MARKK – Museum am Rothenbaum, Kulturen und Künste der Welt in Hamburg, das Museum Fünf Kontinente in München, das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln, die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, das Städtische Museum Braunschweig, das Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main und das Übersee-Museum Bremen.

Lars-Christian Koch, Direktor des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin, befürwortet, „dass die Museen nun einen gemeinsamen Fahrplan entwickeln. Hinsichtlich von Restitutionen ist die Frage nicht mehr ob, sondern was, wann und wie“.

Verhandlungen über Restitution von Objekten aus Berliner Kamerun-Sammlung

Im Juni 2022 hatte der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) den Weg für die Rückgabe eines besonders bedeutenden Objekts aus der Kamerun-Sammlung des Ethnologischen Museums freigemacht: Die als Ngonnso’ bezeichnete weibliche Figur aus dem historischen Königreich Nso’ im Nordwesten Kameruns, die für die dortige Community der Nso‘ als Ahnenmutter gilt. In seinem Beschluss hatte der Stiftungsrat SPK-Präsident Hermann Parzinger ermächtigt, mit den zuständigen Stellen in Kamerun eine Vereinbarung über die Rückgabe der Ngonnso’ zu schließen. Mit der Bildung des Interministeriellen Komitees für die Rückführung illegal ausgeführter Kulturgüter auf kamerunischer Seite gehen die Verhandlungen über die Restitution dieses und weiterer Objekte aus der Berliner Kamerun-Sammlung nun in eine entscheidende Phase.