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Alice Mestriner und Ahad Moslemi

Staub als lebendige Erinnerung

Ahad Moslemi und Alice Mestriner sind ein zeitgenössisches Künstlerduo, das sich in seiner Arbeit mit der Untersuchung und Bildung von Bedeutungen beschäftigt, die im Laufe der Zeit verändert oder modifiziert werden, verloren gehen oder neu definiert werden. Während ihres Fellowships entstand die Arbeit PARADEISOS. SCHICHTEN DER ERINNERUNG, ein aus Staub gewebter Teppich.

Schon 2017 begannen Ahad Moslemi und Alice Mestriner damit, Staub als Rohmaterial, Metapher und theoretischen Knotenpunkt ihrer Arbeit zu verwenden. PARADEISOS. SCHICHTEN DER ERINNERUNG wird als Intervention in der Ausstellung “Den Westen entdecken“ des Ethnologischen Museums im Humboldt Forum zu sehen sein, die von türkischen und persischen Perspektiven auf den Westen handelt und die Kraft und Widerständigkeit von Aneignung und Umdeutung betont, deren Ergebnisse Vermischung und Verwandlung sind. Transkulturelle Objekte dienten den Künstler*innen als Ausgangsmaterial. PARADEISOS thematisiert die gleichermaßen vielschichtige wie fragmentarische Natur des Materials, seine mannigfachen und manchmal widersprüchlichen Assozationen. Da Staub aus abgefallener – vermeintlich „toter“ Materie – besteht, gilt er oft als Sinnbild des Vergänglichen. Dabei wird übersehen, dass Staub überaus lebendig und aktiv ist, markiert er doch das Fortbestehen des Lebens in ständiger Veränderung. Die Künstler*innen sprechen vom Staub als einem „plastischen Gedächtnis“. Er steht für vergangenes, gegenwärtiges und zukünftiges Leben.

Alice Mestriner (*1994, Treviso, Italien) begann ihr Studium der Bildenden Kunst 2008 am Liceo Artistico Statale in Treviso. Im Jahr 2017 schloss sie ihr Studium der Multimediakunst an der Iuav Universität in Venedig ab. Sie besuchte Kurse in Kulturanthropologie an der Universität Ca’ Foscari in Venedig. Im Jahr 2015 reiste sie in die Türkei, um im Rahmen des Erasmus-Programms an der Hacettepe-Universität in Ankara zu studieren. Sie schloss ihr Studium mit einem Praktikum in Québec, Kanada, ab. Sie gewann eine lobende Erwähnung in Fotografie von Monochrome Awards. 2016 organisierte sie zusammen mit Ola-Dele Kuku die Ausstellung „A Continuous State of Time“ auf der 56. Internationalen Architekturausstellung der Biennale in Venedig.

Ahad Moslemi (*1983, Teheran, Iran) begann sein Studium 1998 an der School of Fine Arts in Teheran. Im Jahr 2011 wanderte er nach Kanada aus, wo er sein Studium an der Universität von Québec in Trois-Rivières an der Abteilung für plastische Künste fortsetzte. Er nahm an Ausstellungen und Konferenzen in Kanada, Mexiko, Griechenland, Deutschland, den USA, Belgien und Portugal teil. Im Jahr 2016 gewann er den Prix du Doyen mit dem Projekt „Les Conséquences de la guerre sur les enfants“. Im selben Jahr wurde er eingeladen, an einer Konferenz auf der 56. Biennale von Venedig mit dem Künstler Ola-Dele Kuku „A Continuous State of Time“ teilzunehmen. Im Jahr 2017 nahm er an einer Ausstellung in North Adams, MA (USA) für die Prints Biennial teil.

Gemeinsam nahmen sie 2018 in London an einem Erasmus+ Programm Mobility of Youth Workers teil, „Social Inclusion through artistic tools“. Im Jahr 2020 besuchten sie den Kurs an der Harvard University „Tangible things: Discovering history through artworks, artifacts, scientific specimens and the stuff around you“. 2022 schlossen sie ihr Studium der Bildenden Künste an der Iuav Universität Venedig mit der Arbeit „Plastisches Gedächtnis und Ästhetik der Unsterblichkeit“ ab (MA). Im Jahr 2022 nahmen sie am COME2ART-Projekt teil: „Introducing a collaborative scheme between artists & community members fostering life skills development and resilience through creative placemaking“, ein europäisches Projekt, das von Erasmus+, KA2 und ΙΚΥ gegründet wurde. Zusätzlich zu ihrer künstlerischen Forschung haben sie Workshops und Bildungsprogramme in Schulen, Universitäten und Unternehmen entwickelt.