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Spanische Dialoge. Picasso aus dem Museum Berggruen zu Gast im Bode-Museum

13.07.2023 bis 28.04.2024
Bode-Museum

Das Bode-Museum bewahrt die wichtigste Sammlung spanischer Skulptur vor 1800 in Deutschland auf. Die neue Ausstellungsreihe „Spanische Dialoge“ präsentiert den Besucher*innen diesen spektakulären Sammlungsbestand jenseits aller konventionellen kunsthistorischen Gattungs- und Epochengrenzen und lässt sie in Dialog mit eingeladenen Künstler*innen und Institutionen treten. Den Start machen in diesem Sommer acht ausgewählte Meisterwerke Pablo Picassos aus dem Museum Berggruen. 

Aus Anlass des 50. Todestages von Pablo Picasso (1881–1973) beleuchtet „Spanische Dialoge: Picasso aus dem Museum Berggruen zu Gast im Bode-Museum“ die wichtige Rolle, die die historische spanische Kunst in ihrer Kontinuität als auch in ihren Brüchen in der künstlerischen Praxis des wohl wichtigsten spanischen Künstlers des 20. Jahrhunderts spielte.

Für Picasso hatte Kunst weder eine Vergangenheit noch eine Zukunft. Sie entwickelte sich nicht, war weder alt noch modern, sondern sollte nur danach beurteilt werden, wie relevant sie aktuell ist. Picasso studierte, interpretierte und adaptierte das Werk seiner Vorgänger*innen und zeigte dadurch, wie wichtig der Blick in die Vergangenheit ist, um die Gegenwart zu verstehen und darzustellen. Auch deshalb bleibt Picasso im 21. Jahrhundert eine herausragende, wenn auch streitbare Figur.

Schon früh erwarb Picasso unzählige Kunstreproduktionen und Originale von alten Meistern und Zeitgenoss*innen, die ihm als stetige Quelle der Reflexion für seine eigenen Werke dienten. Insbesondere die spanische Kunst nahm in seiner universalen Vorstellungswelt einen zentralen Platz ein, nachdem er sie während seiner Kindheit und seines Studiums in so unterschiedlichen und geografisch weit voneinander entfernten Regionen wie Andalusien (Málaga), Galicien (A Coruña), Katalonien (Barcelona) und Madrid in all ihrem Reichtum kennengelernt hatte.

Ausstellung in vier Sektionen

Die Ausstellung lädt Besucher*innen in vier Sektionen ein, sich multidisziplinär mit der spanischen Kunst auseinanderzusetzen. So schlägt die erste Sektion eine Brücke zwischen Spanien und Deutschland im 21. Jahrhundert und kontextualisiert historische Vorurteile, die bis heute zwischen beiden Ländern bestehen. Die zweite Sektion analysiert die Verwendung von Porträts als Machtinstrument seit dem 14. Jahrhundert.

Die Kontrolle über das, was und wie wir etwas zeigen, ebenso wie Bildstrategien, die uns als Teil einer sozialen Gruppe definieren, beherrschen heute die Welt der sozialen Netzwerke. Ihr Ursprung ist jedoch fast so alt wie die Geschichte der Kunst selbst. Die Darstellung von Macht und der eigenen Persönlichkeit reflektiert die Ausstellung anhand von Picassos „Frau in einem Sessel“ (1939) und „Eine kastilische Dame“ aus dem 16. Jahrhundert. 

Die dritte Sektion widmet sich den Gefühlen und ihrer Darstellung. Dieses Thema ist keineswegs ein neues Phänomen, sondern stand bereits im 16. und 17. Jahrhundert im Mittelpunkt der spanischen Kunst. Auf Picasso übten Emotionen eine große Faszination aus, was die spannungsvolle Gegenüberstellung seines „Bildnis Nusch“ (1937) und Pedro Roldáns (1624–1699) „Mater Dolorosa“ (1670/75) veranschaulichen. 

Die Illusion, das Transzendente real erscheinen zu lassen, wird in der vierten Sektion verhandelt. In Zeiten der digitalen Kommunikation scheint es zunehmend schwieriger, zwischen Wirklichkeit und Fiktion zu unterscheiden. Ein Gros der vor 1800 in Spanien entstandenen Kunst sollte direkt mit seinem Publikum kommunizieren und versuchte dabei, die Grenzen der sichtbaren Welt zu überschreiten. So tat es Diego de Siloé (1490/95–1563), der wie die meisten spanischen Bildhauer*innen allein wie auch im Verbund mit Malern arbeitete, um künstlerische Illusionen zu erschaffen, die über die materielle Welt hinausgehen. Vier Jahrhunderte später brach Pablo Picasso mit dem Kubismus endgültig mit der Trennung von Malerei und Skulptur, von Fläche und Raum. 

Kuratorisches Team

Die Reihe „Spanische Dialoge“ wird kuratiert von María López-Fanjul y Díez del Corral, Kuratorin für spanische Kunst, italienische Kunst (ab 1500) und Outreach für die Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst im Bode-Museum. „Spanische Dialoge: Picasso aus dem Museum Berggruen zu Gast im Bode-Museum“ wird kuratiert von María López-Fanjul y Díez del Corral, Gabriel Montua, Leiter Museum Berggruen, und Veronika Rudorfer, Kuratorin Museum Berggruen.

Begleitprogramm

Die Ausstellung wird von einem öffentlichen Studientag am Donnerstag, 19. Oktober 2023, im Bode-Museum begleitet, der durch die Unterstützung der Botschaft von Spanien und des Instituto Cervantes Berlin ermöglicht wird.


Die Ausstellung findet im Rahmen des offiziellen Jubiläumsprogramms „Picasso Celebration 1973-2023“ statt, das vom Ministère de la Culture, Frankreich und Ministerio de Cultura y Deporte, Spanien gefördert wird. Die Ausstellung wird unterstützt von Museum&Location.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie sowie der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin

Das Bode-Museum auf der Museumsinsel Berlin
© Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker

Am Kupfergraben, Eingang über die Monbijoubrücke
10117 Berlin

eingeschränkt rollstuhlgeeignet

U-Bahn: Friedrichstraße
S-Bahn: Friedrichstraße, Hackescher Markt
Tram: Am Kupfergraben, Hackescher Markt
Bus: Staatsoper, Lustgarten, Friedrichstraße

Klimafreundliche Anreise
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So 10:00 - 18:00
Mo geschlossen
Di geschlossen
Mi 10:00 - 17:00
Do 10:00 - 17:00
Fr 10:00 - 17:00
Sa 10:00 - 18:00

Öffnungszeiten an Feiertagen unter Öffnungszeiten
Sonderregelung: Dienstags für angemeldete Schulklassen mit Führung geöffnet.

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