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Publikation zum Fremdbesitz der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin erschienen

23.03.2018
Altes Museum

Im Rahmen eines dreijährigen Provenienzforschungsprojekts wurden die Bestände der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin auf ihre Herkunft und insbesondere auf Fremdbesitz untersucht. Die Ergebnisse wurden nun in der Publikation „Dokumentation des Fremdbesitzes Band III. Antikensammlung. Antiken aus Carinhall aus dem Eigentum der Bundesrepublik Deutschland“ (211 Seiten, ISBN 978-3-88609-799-9, Preis: 35 Euro) veröffentlicht und am 22. März 2018 im Rahmen einer Buchpräsentation in der Rotunde des Alten Museums vorgestellt.

Unter Fremdbesitz versteht man Objekte, die von Museen verwahrt werden, ohne deren Eigentum zu sein und bei denen der Kontakt zum Eigentümer abgerissen ist oder nie bestanden hat – etwa Objekte unbekannter Herkunft, die nach dem Zweiten Weltkrieg von der „Zentralstelle zur Pflege und Erhaltung von Kunstwerken“ des Magistrats von Groß-Berlin gesichert und an die Staatlichen Museen überwiesen wurden.

„Die Publikation schließt eine der schmerzlichsten Dokumentationslücken zum großen Objektbestand der Berliner Antikensammlung“, so Andreas Scholl, Direktor der Antikensammlung. „Die Untersuchung der Provenienzen und die Überprüfung der Sammlungsbestände – etwa im Hinblick auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut – ist seit langem ein zentrales Forschungsanliegen des Hauses.“

Auch nach Abschluss der Untersuchung konnten 157 Objekte, die von der Antikensammlung verwahrt werden, keinem Eigentümer zugeordnet werden – darunter Skulpturen, Sarkophage, Vasen, Tonlampen, Gläser und Metallgeräte. Sie werden nun unter Angabe aller ermittelten Umstände publiziert – mit dem Ziel, weitere Hinweise aus der Öffentlichkeit zu erhalten und so doch noch eine eindeutige Klärung zu erreichen.

Im zweiten Teil enthält die Publikation Informationen zu 42 Antiken, die sich früher in der Sammlung des NS-Funktionärs Hermann Göring in dessen Jagdschloss Carinhall in der Schorfheide befunden haben. Bei diesen Objekten handelt es sich um Bundeseigentum, das als Dauerleihgabe in der Antikensammlung aufbewahrt wird. Sie waren seit 1946 zu verschiedenen Zeitpunkten und zumeist stark fragmentiert auf dem Gelände des bei Kriegsende zerstörten Landsitzes geborgen worden. Im Laufe des Projektes konnten diese Fundteile erstmals umfassend geordnet und auch auf ihre Provenienz hin erforscht werden.