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"Bonjour Monsieur Gauguin" nur noch bis 3. Juni 2018 bei "Wanderlust" zu sehen

31.05.2018
Alte Nationalgalerie

Paul Gauguins "Bonjour Monsieur Gauguin", eine Antwort auf "Die Begegnung oder Bonjour Monsieur Courbet" von Gustave Courbet, ist nur noch bis Sonntag, den 3. Juni 2018 in der Ausstellung Wanderlust. Von Caspar David Friedrich bis Auguste Renoir zu sehen. Das Zusammentreffen dieser zwei sich aufeinander beziehenden Gemälde ist somit nur noch für wenige Tage erlebbar. "Die Begegnung oder Bonjour Monsieur Courbet" ist bis zum Ende der Ausstellung (16. September 2018) zu sehen.

Information zu den beiden Gemälden

Gustave Courbet, der vielleicht berühmteste Vertreter des Realismus in der französischen Malerei, hat mehrere aufsehenerregende Gemälde gemalt. Herausragend ist sein Werk „Die Begegnung oder Bonjour Monsieur Courbet“ von 1854, in dem sich Courbet als Wanderer in der Situation darstellt, in der er auf seinen von einem Diener begleiteten Mäzen Alfred Bruyas trifft. Bruyas hatte Courbet unterstützt und das großformatige Gemälde erworben. Als es auf der Pariser Weltausstellung 1855 ausgestellt wird, entgeht dem Publikum die Anmaßung des Malers nicht, der sich vor Selbstbewusstsein strotzend und weitaus vorteilhafter als sein Mäzen präsentiert: „Weder der Herr noch sein Diener werfen Schatten, den Monsieur Courbet für sich reserviert: Er alleine kann die Strahlen der Sonne aufhalten“, schrieb ein Kritiker. Als Bruyas 1868 seine Sammlung zeitgenössischer Kunst an das Museum seiner Heimatstadt Montpellier schenkte und dabei die Hängung bestimmen durfte, sorgte er dafür, dass „Die Begegnung“ den besten Platz erhielt und er so seine Rolle als Förderer progressiver Kunst für die Nachwelt unterstreichen konnte.

Zwanzig Jahre später, 1888, reiste Paul Gauguin gemeinsam mit Vincent van Gogh von der Provence nach Montpellier und besuchte im Musée Fabre auch die berühmte Sammlung von Alfred Bruyas. „Die Begegnung oder Bonjour Monsieur Courbet“ hinterließ bei Gauguin einen tiefen Eindruck. Er setzte zu einer eigenen Version an, zuerst nur als bescheidene Dekoration in einer Herberge, die er 1889 als Ölgemälde vollendete und in Anlehnung nun „Bonjour Monsieur Gauguin“ nannte. Gauguin war zu jener Zeit von finanziellen Nöten geplagt, da die intensive Farbgebung seiner Bilder das Publikum nur allmählich überzeugte. Statt also wie Courbet seine Autonomie gegenüber der Gesellschaft zu betonen, stellte er sich als Außenseiter dar: Die Mütze ins Gesicht gezogen nähert er sich nicht einem Millionär, sondern einer bretonischen Bäuerin, die die Flucht zu ergreifen scheint. In der Hoffnung, fernab der ihn nicht sonderlich schätzenden europäischen Gesellschaft bessere Arbeitsbedingung zu finden, reiste Gauguin 1891 erstmals auf die Inseln Polynesiens, sein Gemälde fand später den Weg in die Nationalgalerie Prag.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und unterstützt durch die Volkswagen Aktiengesellschaft.