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Arabische Papyri – Chancen für zukünftige Forschung

Das Ziel dieses Projekts ist es, einen Beitrag zur weltweiten Forschung an arabischen Papyri zu leisten. Gemeinsam arbeiten die Ägyptologin und Papyrusexpertin Verena Lepper (Berlin) und der Arabistik-Experte Bilal Orfali (Beirut) daran, arabische Papyri für die Forschung zu erschließen.

Arabische Papyri sind in der internationalen Wissenschaft stark vernachlässigt, da die meisten Objekte nur schwer zugänglich sind. Sie lagern in verschiedenen Institutionen, etwa in Ägypten im Museum für Islamische Kunst in Kairo, in der Ägyptischen Nationalbibliothek sowie in amerikanischen (Ann Arbor/Michigan) und europäischen Sammlungen (z. B. Wien, Berlin). Das Projekt möchte einen Beitrag zur Zukunft der weltweiten Forschung an arabischen Papyri leisten, indem es arabische Papyri erstmalig digitalisiert und sie so der Wissenschafts-Community sowie der allgemeinen Öffentlichkeit für zukünftige Untersuchungen zu Verfügung stellt.

Papyrologie umfasst zahlreiche Wissenschaftsfelder sowie eine große Vielfalt an Schriften und Sprachen, die im Alten Ägypten verwendet wurden – von Hieroglyphen, Hieratisch, Demotisch, Aramäisch über Griechisch, Latein und Koptisch. Arabisch ist dabei die jüngste Sprache, die auf Papyrus festgehalten wurde. Die Papyrussammlung des Ägyptischen Museums Berlin umfasst mehr als 1000 inventarisierte arabische Papyri, von denen bisher nur ein kleiner Teil entziffert und veröffentlicht wurde. Im Rahmen des Projekts sollen diese Papyri nun als Machbarkeitsstudie der akademischen Forschung und der Gesellschaft zugänglich gemacht werden, um neue Erkenntnisse zu den Anfängen des Islams in Ägypten und zur Kultur und Geschichte der ersten Jahrhunderte des islamischen Ägyptens zu gewinnen.

Im März 2018 fand in Berlin der siebte Internationale Kongress für Arabische Papyrologie statt, der vom Ägyptischen Museum und Papyrussammlung, der Humboldt-Universität, der Freien Universität und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ausgerichtet wurde. Bei diesem Kongress wurde deutlich, dass ein großes Interesse an der Digitalisierung arabischer Papyri weltweit besteht, was Bilal Orfali und Verena Lepper dazu bewegte, ein Projekt zur Digitalisierung der Berliner Papyri in Angriff zu nehmen.

An dem Projekt sind zahlreiche Kooperationspartner*innen beteiligt, so etwa die Abteilung für arabische Papyri des ägyptischen Ministeriums für Altertümer (Ahmed Kamal),. Mit gemeinsamer Expertise werden hier einheitliche Dokumentationsstandards festgelegt. Mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Leiden und dem Collège de Francesind auch wichtige internationale Zentren der arabischen Papyrologie beteiligt. Darüber hinaus wurde und wird die Digitalisierung zum Standard für weitere Papyrusstudien gemacht. Vor diesem Hintergrund spielt auch das Feld der Digital Humanities eine wichtige Rolle für das Projekt.


Projektleitung: Prof. Dr. Verena Lepper (Ägyptisches Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin) und Prof. Dr. Bilal Orfali (Sheikh-Zayed-Professur für Arabistik und Islamwissenschaften an der Amerikanischen Universität Beirut )
Projektmitarbeiter: Dr. Ahmed Kamal, Sebastian Metz
Förderung: Arab-German Young Academy and Sciences and Humanities (AGYA)
Weiterführende Informationen: American University of Beirut
Projektlaufzeit: 2018 bis 2022