„Schönste Madonna Berlins“ ins Bode-Museum zurückgekehrt

13.06.2022
Bode-Museum

Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten (2012 bis 2022) ist die „Thronende Maria mit Kind“ in die Dauerausstellung des Bode-Museums zurückgekehrt. Die 92 cm große Nussbaumholz-Skulptur sticht besonders durch ihre anmutige Haltung, die kunstvolle Schnitzarbeit sowie ihre weitgehend erhaltene originale Fassung ins Auge.

Aus der eingehenden Untersuchung der Nussbaumskulptur, die mutmaßlich nach 1310 in Köln gefertigt worden ist, durch die Diplom-Restauratorin Marion Böhl ergaben sich neue Erkenntnisse zur originalen Herstellungstechnik und zu den vielfältigen Veränderungen, die im Laufe der Zeit an der Figur vorgenommen worden sind. In der anschließenden umfangreichen Restaurierung wurden Übermalungsschichten späterer Jahrhunderte entfernt, um die gut erhaltene originale mittelalterliche Fassung wieder erlebbar zu machen. 

Damit kann nun die Pracht der wertvoll ausgestatteten geschnitzten und gefassten Gewänder Marias mit Vergoldungen, Edelstein- und Fellimitationen wieder erlebt werden. Das als Reliquienbehälter konzipierte Kunstwerk birgt zudem eine Vielzahl von Geheimnissen. Einige davon konnten inzwischen gelüftet werden. Ehemals in der Thronbank deponierte Reliquien sind zwar nicht mehr vorhanden, aber im Kopf der Maria befinden sich noch heute Gegenstände, die im Mittelalter als Reliquien verehrt wurden.