Neue Website mit ersten Forschungsergebnissen zum Nachlass von Leni Riefenstahl

30.01.2026

Seit mehreren Jahren wird der umfangreiche Nachlass von Leni Riefenstahl erforscht. Erste Ergebnisse aus Teilprojekten sind nun auf einer neuen Website zugänglich. Ab dem 22. Mai 2026 macht eine Ausstellung im Museum für Fotografie die Auseinandersetzung mit dem Nachlass auch in einer Ausstellung erfahrbar.

Erste Ergebnisse aus einem Teilprojekt sind ab sofort auf der mehrsprachigen Website „Reclaiming Nuba Images“ öffentlich zugänglich. Das Projekt widmete sich den mehr als 10.000 Fotografien sowie den Filmen, die Leni Riefenstahl in den 1960er- und 1970er-Jahren von den Nuba im Sudan anfertigte. Ziel war es, die Sichtweisen der Angehörigen der Nuba-Gesellschaften in den Fokus zu rücken und die Arbeiten aus heutiger Perspektive einzuordnen. Die Aufarbeitung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Pan-Nuba Council sowie sudanesischen Forschenden und Künstler*innen.

Parallel dazu erschließt die Staatsbibliothek zu Berlin den umfangreichen schriftlichen Nachlass. Dazu zählen unter anderem Drehbücher, Manuskripte, Korrespondenzen, Lebensdokumente sowie Teile der privaten Bibliothek Riefenstahls. Erschließungsinformationen und ausgewählte Digitalisate werden sukzessive online veröffentlicht und bilden eine Grundlage für weiterführende Forschungsfragen.

Ausstellung „Inside Archives“ im Museum für Fotografie

Ab dem 22. Mai 2026 wird die Auseinandersetzung mit dem Nachlass von Leni Riefenstahl auch im Museum für Fotografie in einer Ausstellung sichtbar. Unter dem Titel „Inside Archives“ präsentieren Studierende des Masterstudiengangs „Kunst im Kontext“ der Universität der Künste Berlin gemeinsam mit sudanesischen Künstler*innen Arbeiten, die sich mit Riefenstahls Nuba-Fotografien und -Filmen befassen. Die Ausstellung ist bis zum 7. Juni 2026 zu sehen; die Eröffnung findet am 21. Mai um 19 Uhr statt.

Das Kooperationsprojekt zum Nachlass von Leni Riefenstahl

Seit 2018 wird im Rahmen eines Kooperationsprojekts an der Erschließung und Erforschung des umfangreichen Nachlasses von Leni Riefenstahl gearbeitet. Der Bestand umfasst mehr als 700 Kisten mit Fotografien, Filmen, Briefen, Manuskripten, Notizen und weiteren Dokumenten. An der Bearbeitung sind die Kunstbibliothek mit ihrem Museum für Fotografie, das Ethnologische Museum, die Staatsbibliothek zu Berlin sowie die Stiftung Deutsche Kinemathek beteiligt.

Der Nachlass bietet ein großes Forschungspotenzial, stellt die beteiligten Einrichtungen jedoch zugleich vor besondere Herausforderungen. Diese betreffen sowohl den Umfang und die Vielfalt der Materialien als auch ethische, rechtliche und gesellschaftspolitische Fragestellungen. Daher verfolgt das Projekt einen Ansatz der sukzessiven Erschließung in Teilprojekten, die jeweils unterschiedliche Perspektiven einbeziehen.