Filippo Lippis Gemälde „Die Anbetung im Walde“ wird restauriert

05.05.2026
Gemäldegalerie

„Die Anbetung im Walde“ (1459) von Filippo Lippi ist eines der herausragenden Werke der italienischen Malerei der Renaissance. Mithilfe einer exquisiten Temperamalerei und dem subtilen Einsatz von Vergoldungen sowie der Verwendung perspektivischer Neuerungen zeigt Lippi hier das gesamte Spektrum seines malerischen Könnens. Dank der großzügigen Förderung der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Schoof’schen Stiftung kann das Werk der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin nun restauriert werden.

Das Gemälde „Die Anbetung im Walde“

Der ursprüngliche Standort des Gemäldes zeugt von seiner besonderen Bedeutung: Es wurde 1459 als Altarbild für die Kapelle des Palazzo Medici in Florenz gemalt. Die Darstellung der Jungfrau Maria mit dem neugeborenen Kind in einem Wald verleiht der Szene einen mystischen Charakter. Die Blumen im Vordergrund nehmen die Gemälde von Filippo Lippis berühmtestem Schüler, Sandro Botticelli, vorweg.

Nach Berlin gelangte das Gemälde im Jahr 1821 durch den Ankauf der Sammlung des englischen Kunsthändlers Edward Solly durch den Preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Seit Eröffnung des Königlichen Museums im Jahr 1830 gehört es zu den bedeutendsten Werken der Gemäldegalerie.

Der Maler Filippo Lippi

Fra Filippo Lippi (1406-1469), ausgebildet bei Masaccio, war einer der bedeutendsten Maler von Florenz. Als Karmelitermönch verließ er den Orden, um die Nonne Lucrezia Buti zu heiraten. Filippos und Lucrezias Sohn Filippino wurde ebenfalls ein berühmter Florentiner Maler.

Filippo Lippi war einer der Lieblingsmaler der Medici. Er schuf zudem berühmte Freskenzyklen in Prato und Spoleto. Sein berühmtester Schüler war Sandro Botticelli, der möglicherweise an der Entstehung der „Anbetung im Walde“ mitwirkte.

Die geplante Restaurierung

Während der Neurahmung des Bildes entdeckten die Restauratorinnen der Gemäldegalerie eine Vielzahl kleiner Ausbrüche in den Farbschichten der Tempera-Malerei und im darüberliegenden Firnis. Die Ursache hierfür liegt vermutlich in der durch Alterungsprozesse hervorgerufenen Schädigung des ehemals farblosen Überzugs, der bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts aufgetragen wurde. Um den fortschreitenden Prozess zu stoppen, ist die Restaurierung des Werkes dringend geboten.

Zunächst sind umfassende Untersuchungen zur Schadensentstehung notwendig, um geeignete Methoden für eine Firnisabnahme zu entwickeln. Neben der Sicherung der Originalsubstanz wird diese Maßnahme auch einen ästhetischen Gewinn für das Gemälde mit sich bringen, denn das Entfernen des stark gegilbten Überzugs wird die Leuchtkraft der Farben wieder sichtbar machen.

Die begleitenden kunsttechnologischen Untersuchungen lassen neue Erkenntnisse zur Arbeitsweise Lippis erwarten und werden einen wertvollen Beitrag zum Forschungsstand des berühmten Gemäldes leisten. In dem auf zwei Jahre angelegten Projekt wird das Bild in den Atelierräumen der Gemäldegalerie restauriert. Die naturwissenschaftlichen Materialanalysen werden unter anderem vom Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin durchgeführt. Nach Abschluss der Untersuchungen und der Restaurierung des Gemäldes sollen die Ergebnisse in einer Sonderausstellung präsentiert werden.