03.11.2006 to 28.01.2007

Alte Nationalgalerie

Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Saarland und der Kreisstadt St. Wendel im Rahmen des Föderalen Programms

Nur wenige Künstler aus dem Saarland sind mit Berlin so eng verbunden wie Nikolaus Lauer (1753-1824), der seine wohl glanzvollsten Schaffensjahre im Umkreis des Berliner Hofs verbrachte. In Kooperation mit dem Saarland und der Kreisstadt St. Wendel stellt die Alte Nationalgalerie daher in ihrer Kabinettausstellung im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz diesen Pastellmaler vor.

Lauers Bildnisse der Königin Luise von Preußen erfreuten sich seinerzeit - und bis heute - außerordentlicher Beliebtheit. Er porträtierte Vertreter des Geisteslebens wie den Leipziger Maler und Akademieprofessor Friedrich Adam Oeser oder den Berliner Verleger und Schriftsteller Friedrich Nicolai und erwies sich auch nach der Rückkehr in seine Heimat als gefragter Bildnismaler für namhafte Fabrikanten und Kaufleute an Mosel und Saar. Lauers Pastelle dokumentieren somit auch ein wichtiges Kapitel der Industriegeschichte an der Saar.

In der Kabinettausstellung von zwanzig erlesenen Exponaten wird ein zeittypischer Wanderkünstler vorgestellt, dessen Lebensweg immer wieder unter dem Einfluss politischer Umbrüche, insbesondere der französischen Geschichte, stand. Zunächst Hofportraitmaler von Pfalz-Zweibücken, wurde Lauer mit dem Übergreifen der Französischen Revolution auf das Herzogtum zum Portraitisten der Bürgerschaft. Sein bewegtes Künstlerleben spiegelt so auch den gesellschaftlichen Wandel seiner Zeit wider.

In geistiger Nachbarschaft seiner künstlerischen Vorbilder Anton Raphael Mengs und Anton Graff präsentiert, lenkt die Ausstellung die Aufmerksamkeit auf einen Maler, der in seinen Porträts bisweilen zu außergewöhnlich originellen künstlerischen Lösungen findet und dessen Werke innerhalb der Berliner Malerei um 1800, erst recht aber in der Geschichte der Malerei an der Saar, einen bedeutenden Platz einnehmen.