„James Simon, Tina Haim-Wentscher und die Nofretete. Eine Dreiecksbeziehung in & über die Gipsformerei“

Date:
Thu 31.10.2019 7:00 PM - 9:00 PM
Location:
James-Simon-Galerie
Offers for:
Lecture series / Adults

Referentin: Dr. Martina Dlugaiczyk

James Simon ist als leidenschaftlicher, sozial engagierter Sammler und Kunstmäzen bekannt, der seine exquisiten Sammlungen anfänglich im privaten Rahmen der Öffentlichkeit zugänglich machte, bevor er sie den Berliner Museen als Schenkung überließ.

Weniger geläufig ist hingegen, dass Simon neben Alten Meistern auch zeitgenössische Skulpturen sammelte – etwa Arbeiten der Bildhauerin Tina Haim-Wentscher (1887-1974). Sie gehörte in den 1910/20er Jahren zur festen Größe in der Berliner Bildhauerinnen-Szene. So feierte sie frühzeitig mit ihren Werken in Holz, Stein, Wachs und Bronze große nationale wie internationale Erfolge, woraufhin ihr als Anerkennung ihrer künstlerischen Begabung und Strahlkraft die Ehre zukam, die Nofretete Büste händisch nachbilden zu dürfen.

Neue Quellenfunde zur Rezeptions- und Reproduktionsgeschichte der Nofretete zeigen zudem auf, dass Tina Haim-Wentscher nicht nur wiederholt in der Gipsformerei tätig war, sondern auch, dass die ‚bunte Königin‘ – welche James Simon bis zur Schenkung an die Berliner Museen (1920) sein Eigen nennen konnte – bereits vor ihrer ersten öffentlichen Präsentation in der Amarna-Ausstellung von 1924 mehrfach nachgebildet worden war.

Über die Nachbildung der ‚bunten Königin‘ hinaus, blieb Haim-Wentscher auf das Engste mit Simon verbunden, schuf sie doch im Auftrag des Ägyptischen Museums 1931 die Bronze-Büste des Kunstmäzens, die heute in der James-Simon-Galerie die Besucher willkommen heißt.