Wolkenbilder
Die Entdeckung des Himmels

24.09.2004 bis 30.01.2005

Alte Nationalgalerie

Der Stoff, aus dem die Wolken sind, hat viel mit dem der Träume gemein. Durch ihre Schwerelosigkeit und Unbeständigkeit regten Wolken die Fantasie unzähliger Künstler an. Die Ausstellung entstand in enger Kooperation mit dem "Bucerius Kunstforum" und dem "Jenisch Haus" in Hamburg und spürt diesem überaus reichen und spannenden Thema nach.

Im Barock durchdrangen Wolken die Architektur und hoben Götter und Heilige in den Himmel. Die niederländische Landschaftsmalerei eines Jacob van Ruisdael verschob den Akzent: Die Hauptrolle nahm nun die Naturlandschaft ein. Der Wolkenhimmel spiegelte so den unendlichen Raum. In der Folge wuchs die Sensibilität der Künstler gegenüber den Erscheinungen der Natur. Um 1800 versuchten Künstler wie William Turner, Pierre-Henri Valenciennes, aber auch die Romantiker Carl Blechen, Caspar David Friedrich und Johan Christian Dahl die Lichtstimmungen der flüchtig vorbeiziehenden Wolken einzufangen. Turners entmaterialisierte Landschaften waren Ausdruck seiner Wolkenfaszination. Gerade dieses Abstraktionspotential der Wolkenphänomene wurde später in der Klassischen Moderne von Künstlern wie Emil Nolde und August Strindberg, Ferdinand Hodler und Piet Mondrian genutzt.

In einer Zeit der exakten Wissenschaften rückten die Wolken immer mehr in ein naturwissenschaftliches Interesse und es entstanden Klassifikationssysteme für Wolken, die auch heute noch in der Meteorologie eine große Rolle spielen. Vor allem der englische Maler John Constable verschrieb sich ganz einer "Naturgeschichte des Himmels". Der Funke sprang schnell auf den Kontinent über und auch Johann Wolfgang Goethe widmete sich ausgiebig dem Wolkenstudium.