Tsujimura Shiro
Feuer beseelt Keramik!

17.06.2006 bis 03.10.2006

Museum für Asiatische Kunst

Der 1947 in Gosei, Präfektur Nara, geborene und in dieser ländlichen Umgebung aufgewachsene Tsujimura Shiro gehört zu den innovativsten zeitgenössischen Keramik-Künstlern in Japan. Keines seiner Werke, die das ganze Spektrum der Gebrauchskeramik von Gefäßen und Objekten für die Teezeremonie, Vasen, Vorratsgefäße und Flaschen bis hin zu Geschirr umfassen, gibt jedoch das Primat der Funktionalität auf. Auch die Formgestaltung lehnt sich häufig an traditionelle Vorbilder an und kann fast klassisch genannt werden. Was ihn von Vorgängern und Zeitgenossen abhebt, ist sein radikaler Wille zur Vereinfachung von Form und Dekor. So setzt er Glasuren äußerst sparsam ein, vertraut vornehmlich auf natürlichen Ascheanflug oder verleiht mit kräftigen Ritzungen subtile Akzente. Das Vorbild für diesen asketischen Autodidakten scheint hierbei die Natur selbst zu sein. So sind manche seiner Vasen kaum von Steinen, deren Öffnungen sich wie durch Zufall perfekt zum Stecken von Blumen eignen, zu unterscheiden.

Tsujimura Shiros Gestaltungswille ist von der Vorstellung durchdrungen, dass es sich bei Keramiken um beseelte Objekte handelt. So bevorzugt er natürlichen Ton, dessen hoher Quarzanteil zu heftigen Ausblühungen auf der Oberfläche führt und dieser ein eigenes Leben verleiht. Die Kraft seiner Schöpfungen hat Tsujimura zahlreiche Bewunderer auf der ganzen Welt eingebracht und seine Objekte haben Eingang in etliche Museen und Sammlungen in Europa wie auch Amerika gefunden.