Stern über Bethlehem
Neutestamentliche Bilderzählungen bei Hendrick Goltzius und seinen Zeitgenossen

13.11.2018 bis 24.02.2019
Gemäldegalerie

Die virtuosen Arbeiten des Kupferstechers Hendrick Goltzius (1558–1617) sind Höhepunkte der niederländischen Druckgraphik des 16. Jahrhunderts. Als "peintre graveur" hob Goltzius den Kupferstich als selbstständiges künstlerisches Medium auf ein neues Niveau. Seine Arbeiten faszinieren durch ihre meisterhafte Linienführung. Dabei setzte er die "Taille" – eine für den Kupferstich typische, zart beginnende, stärker werdende und am Ende abnehmende Linie – als betontes Gestaltungsmittel ein. Volumina modellierte er mithilfe feinster Schraffuren, so dass sich seine Figuren durch eine beeindruckende Plastizität auszeichnen. Seine Kunstfertigkeit fand auch in späteren Generationen von Künstlern große Anerkennung, so etwa bei Rembrandt van Rijn (1606–1669).

Lange Zeit wurde Hendrick Goltzius in der kunsthistorischen Forschung jedoch wenig geschätzt, denn er galt als bloßer Imitator fremder Stile. Was er schuf, waren jedoch keine Kopien, sondern eigene Kompositionen in bewusster Anlehnung an die Manier bekannter Künstler. Damit stellte er die Kennerschaft des Publikums auf die Probe. Auch die Kunst seiner Schüler ist häufig im Grenzbereich zwischen Reproduktionsstich und Originalgraphik angesiedelt.

Zum 460. Geburtstag widmet das Kupferstichkabinett dem Künstler aus Haarlem und den aus seiner Werkstatt hervorgegangenen Schülern eine Ausstellung im Kabinett in der Gemäldegalerie. Vier großformatige Blätter von 1593/94 mit Szenen aus dem Marienleben, die als Goltzius‘ Meisterstiche gelten, stehen im Mittelpunkt der Präsentation: die Verkündigung an Maria, die Anbetung der Hirten, die Anbetung der Könige und die Heilige Familie mit dem Johannesknaben. Um sie herum gruppieren sich Arbeiten seiner Schüler Jakob Matham (1571–1631), Jan Saenredam (1565–1607) und Jan Muller (1571–1628) mit Sujets rund um Christi Geburt.

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