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STATUS MACHT BEWEGUNG
Lust und Last körperlicher Aktivität

11.09.2020 bis 10.01.2021
Kulturforum

Was vereint eine Sänfte und einen sogenannten „Lotosschuh“ mit Gemälden und Druckgraphiken, die Szenen der Arbeit und Jagd, des Spiels und Sports darstellen? Sie alle erzählen von den Möglichkeiten und Zwängen der abgebildeten Personen bzw. der Besitzer*innen des Objektes den eigenen Körper zu bewegen und zeugen von deren Status. Die Ausstellung „STATUS MACHT BEWEGUNG. Lust und Last körperlicher Aktivität“ beleuchtet das Potenzial der Bewegung als Mittel der Statusrepräsentation über verschiedene kulturelle, zeitliche und geografische Räume hinweg.

Die fünf Ausstellungskapitel untersuchen, wie sich zum einen Status und Macht und zum anderen Notwendigkeit und Pflicht durch bestimmte Bewegungsformen ausdrücken können:

Arbeit als Grundlage

In der ersten Sektion steht zunächst Bewegung, die der Existenzsicherung dient, im Fokus. Die Exponate – vom Lederschuh bis zur Fliese, von Amphoren bis zur Druckgraphik – erzählen von arbeitenden Menschen und den Mühen des Nahrungserwerbs.

Auf zur Jagd!

Daran anknüpfend wird veranschaulicht, dass sich die Jagd von einer ursprünglich der Existenzsicherung dienenden Bewegung hin zu einem Statussymbol gewandelt hat und in vielen Kulturen mit großem Prestige und Privilegien verbunden war.

Stilvoll unterwegs

Über Jahrtausende hinweg war die Überwindung von Distanzen bestimmt durch das, was tierische und menschliche Körper physisch leisten konnten. Bis in die Gegenwart ist es wichtig, sich nicht nur komfortabel, sondern auch dem eigenen Status angemessen fortzubewegen, wie die Markenturnschuhe oder die prunkvolle Sänfte, die in der Ausstellung gezeigt werden, bezeugen können.

Süßes Nichtstun

Die Abwesenheit von zielorientierter, zweckgebundener Bewegung wird in der vierten Sektion beleuchtet. Die Exponate – u. a. Fotografien mit Freizeitmotiven, Trinkgefäße, Brettspiele aus Babylon und ein Game Boy Classic – geben Aufschluss darüber, wie bestimmte Bewegungsarten im Kontext von freier Zeit und Muße, aber auch die demonstrative Nicht-Bewegung den sozialen Status repräsentieren können.

Körper(ver)formung

Abschließend gilt es, eine gezielte Beeinflussung des menschlichen Körpers durch Bewegung oder ihre gezielte Einschränkung in den Blick zu nehmen. Die Kultivierung des Körpers durch z. B. Sport, die in zahlreichen Kulturen ursprünglich Teil der aristokratischen Erziehung war, spiegelt sich oftmals in der Herausbildung markanter Körperformen wider, die physische Überlegenheit und Leistungsfähigkeit signalisieren. Im Gegensatz dazu schränkt etwa der Gebrauch eines Korsetts die Möglichkeiten des Körpers stark ein und kann seine Integrität teilweise unumkehrbar verletzen.

Ausstellungsprojekt 

Die Ausstellung ist ein gemeinschaftliches Projekt von Nachwuchswissenschaftler*innen der Staatlichen Museen zu Berlin sowie des Musikinstrumenten-Museums des Staatlichen Instituts für Musikforschung. Sie vereint Objekte aus den vielfältigen Beständen der verschiedenen Häuser. Die sammlungsübergreifende Schau ermöglicht neuartige Interpretationen und Sichtweisen auf die ausgestellten Exponate, wodurch die Besucher*innen angeregt werden, gängige Vorstellungen von Bewegung neu zu befragen.

Durch die Corona-Pandemie gewinnt Bewegung zusätzlich an Aktualität: Die Möglichkeiten, sich zu bewegen, sind für Menschen weltweit stark eingeschränkt. Die Art und Weise, wie wir uns bewegen, wie wir zur Arbeit gehen, wie wir reisen oder wie wir unsere Freizeit gestalten, hat sich grundlegend verändert. Was noch vor wenigen Monaten selbstverständlich war, gilt derzeit nur noch bedingt. Als Ein- und Rückblick auf die Entwicklung von Bewegungsformen im Laufe der Zeit und der Kulturen bietet die Ausstellung einen Denkraum, um über Bewegung als ein Privileg oder eine Last zu reflektieren.

Katalog zur Ausstellung

Zur Ausstellung ist die Publikation „STATUS MACHT BEWEGUNG. Lust und Last körperlicher Aktivität“ (herausgegeben von Frederik Grosser, Teresa Laudert, Silvia Massa und Philipp Zobel, 104 Seiten, ca. 50 Abbildungen) erschienen. Anhand von 16 von den Volontär*innen verfassten Essays sowie einem vollständigen Objektverzeichnis wird das Ausstellungsprojekt dokumentiert und bietet so einen interdisziplinären, sammlungsübergreifenden Ausblick auf das Verhältnis von Status, Macht und Bewegung. 

Die James-Simon-Galerie und das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel Berlin
© Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker
Informationen zur Wiedereröffnung weiterer Häuser ab September 2020

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10785 Berlin

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Ausstellung STATUS MACHT BEWEGUNG
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