Staatsbankrott! Bankrotter Staat?

12.05.2006 bis 28.06.2006

Eine Ausstellung des Geheimen Staatsarchivs PK

Finanzreform und gesellschaftlicher Wandel in Preußen nach 1806.
1806: Preußen ist Pleite. Die Niederlage gegen das Napoleonische Frankreich hat den Staat an den Rand des finanziellen Zusamenbruchs gebracht. In dieser Situation gelangen Reformkräfte an die Schaltstellen der Macht - an ihrer spitze Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein und Karl August von Hardenberg -, die nun endlich ihre Vorstellungen vom Staat und seinen Bürgern verwirklichen wollen.
Doch wie lassen sich Niederlage und Reform finanzieren - durch effizientere Verwaltung, vermehrte Kreditaufnahme oder Anziehen der Steuerschraube? Zum Ideal des "Staatsbürgers" gesellt sich schnell die Realität des Steuerzahlers. Die Notwendigkeit, neue Geldquellen für den Staat zu erschließen, führt zu einer stärkeren, auch finanziell belastenden Inanspruchnahme der Bevölkerung. Damit wächst jedoch deren Anspruch auf politische Mitsprachrechte: die Forderung nach einer Verfassung fußt nicht zuletzt auf den während der Befreiungskriege 1813/15 erbrachten Opfern.
Anhand vielfältiger, zum Teil unveröffentlichter Exponate zeit die Ausstellung Preußen in einer Phase des Umbruchs, in der auf lange Sicht die Grundlagen für das moderne Bild des Staates gelegt werden.