Shirin Neshat

01.10.2005 bis 04.12.2005

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin

Mittelpunkt der Ausstellung im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin ist die die jüngste Arbeit "Women without Men" der in New York lebenden iranisch-amerikanischen Künstlerin Shirin Neshat. Neshat bezieht sich in ihrem Werk auf den gleichnamigen Roman, der bereits kurz nach seiner Veröffentlichung 1989 in Teheran verboten wurde. Die iranische Autorin Sharnush Parsipur wurde verhaftet. Mit "Women without Men" bedient sich Shirin Neshat des Mediums Spielfilm und führt den mythologischen Aspekt der 2002 entstandenen Arbeit "Tooba" fort. Nach Parsipurs provokanter Allegorie auf das Leben im zeitgenössischen Iran spürt Neshats jüngste poetische Arbeit dem Leben von fünf Frauen nach, die sich nach einem schwierigen und entbehrungsreichen Weg in einem Garten, einem vergänglichen Paradies wieder finden.

Shirin Neshat wurde in den frühen 1990er Jahren mit der visuell ergreifenden Schwarz-weiß-Fotoserie "Women of Allah" bekannt. Als eine der herausragenden zeitgenössischen Künstlerinnen wurden ihre Werke, die sich zunehmend dem bewegten und komplexen Medium Film annäherten, auf allen großen internationalen Biennalen, auf der Documenta 11 und in vielen anderen großen Instituten ausgestellt.

In ihrem künstlerischen Werk hat Shirin Neshat immer wieder starke, sowohl zustimmende als auch ablehnende Reaktionen beim Publikum provoziert. Sie wird gepriesen für die Authentizität und Subversivität, aber auch kritisiert für eine Reproduktion von Stereotypen und der Beschwörung eines neuen Orientalismus. Ein begleitendes Vortrags- und Filmprogramm wird beide Aspekte aufgreifen und diskutieren.