Schicksal in den Sternen
Die Anfänge des Tierkreises

21.03.2026 bis 10.01.2027
Neues Museum

Die Ausstellung des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung widmet sich der Bedeutung von Tierkreiszeichen im ägyptischen Altertum. In mehrere Themenbereiche untergliedert, stellt sie den antiken Tierkreis aus aktueller wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive vor. 

“Was ist dein Tierkreiszeichen?” Diese Frage wird auch heute, im Zeitalter der Wissenschaft, noch oft gestellt. Der Tierkreis fasziniert die Menschen seit der Antike. Er vereint Mensch und Kosmos, Himmel und Erde, Astronomie und Astrologie, Wissenschaft und Glaube, Tradition und Innovation, Sicherheit und Unsicherheit, Harmonie und Dissonanz. Aber was genau ist der Tierkreis? Ein Orakel, das Zeichen für die Zukunft erzeugt? Ein Spiegel, der Einblicke in die Psyche liefert? Eine Projektionsfläche für unser Streben nach Wissen und Sicherheit? Ein Koordinatensystem, das die Bewegung der Planeten berechenbar macht? Ein sichtbarer Ausdruck der himmlischen Harmonie? Oder all diese Dinge zugleich? Und woher kommt er, wie hat er sich über die Welt verbreitet, wofür wurde er benutzt, und wie wurde er dargestellt? 

Was ist die zeitgenössische Bedeutung des Tierkreises? In der öffentlichen Wahrnehmung wird der Tierkreis heute vor allem mit Horoskopen in Verbindung gebracht. Die Einführung des Tierkreises war ein Wendepunkt in der Astrologie. Zusammen mit dem Tierkreis entstand in Babylonien die Horoskopie als neue astrologische Praktik, die erstmals nicht nur Königen und Herrschern, sondern auch Privatpersonen aus diversen Schichten der Gesellschaft zugänglich war. Heute ist sie weltweit populär wie nie zuvor, obwohl sie als esoterische Praktik und Pseudowissenschaft eingestuft wird. Sie basiert auf dem Glauben, dass der Stand der Planeten zur Zeit der Geburt Hinweise über das Wesen und das Schicksal eines Menschen enthält. Dieser Glaube entstammt dem zeitlosen menschlichen Bedürfnis nach Sinngebung, Kenntnis über sich selbst und die Zukunft, Sicherheit und Methoden zur Bewältigung von Unsicherheit. Was könnte sinnvoller und attraktiver sein als die Erkenntnis, dass Wesen und Schicksal des Menschen mit dem Kosmos verknüpft sind? 

Die Aktualität des Tierkreises erstreckt sich auch auf wissenschaftliche und kulturelle Praktiken, die von zentraler Bedeutung für die moderne Gesellschaft sind. Wir sind daran gewöhnt, über Computer und Apps permanenten Zugang zu Daten, Analysen, Berechnungen und Prognosen zu haben. Die Wurzeln von systematischer Beobachtung, Datensammlung, Datenanalyse, Algorithmen, Berechnung und Vorhersagung liegen im antiken Tierkreis und in den astronomischen Rechenverfahren, die im Zusammenhang mit dem Tierkreis in der Antike entwickelt wurden. Außerdem ist die Reise des Tierkreises und der damit verknüpften neuen astronomischen und astrologischen Kenntnisse und Praktiken durch die antike Welt ein Paradebeispiel für Innovation, Globalisierung, interkulturellen Austausch und Multikulturalität - zentrale und aktuell vieldiskutierte Gesellschaftsthemen.

Die Ausstellung im Neuen Museum stellt in mehreren Themenbereichen den antiken Tierkreis aus aktueller wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive vor. Anhand von antiken Artefakten aus Berliner Museen, darunter solchen, die noch nie ausgestellt wurden, führt sie die Besucher auf eine multikulturelle Reise durch Raum und Zeit, von Babylonien nach Ägypten, Griechenland und Rom (ca. 400 v. Chr. -  400 n. Chr.) und erklärt den Tierkreis vor dem Hintergrund seiner heutigen Bedeutung. 

Kuratorisches Team
Die Ausstellung entstand in einer Kooperation zwischen dem Ägyptische Museum und Papyrussammlung, dem Vorderasiatischen Museum und dem Forschungsprojekt “ZODIAC - Ancient Astral Science in Transformation” (European Research Council / Freie Universität Berlin). 

Publikation
Zur Ausstellung wird ein reich bebilderter Katalog erhältlich sein.

Montaggeschlossen
Dienstag10 bis 18 Uhr
Mittwoch10 bis 18 Uhr
Donnerstag10 bis 18 Uhr
Freitag10 bis 18 Uhr
Samstag10 bis 18 Uhr
Sonntag10 bis 18 Uhr

Eingang für Besuchende

James-Simon-Galerie, Bodestraße
10178 Berlin

U-Bahn: Museumsinsel
S-Bahn: Friedrichstraße, Hackescher Markt
Tram: Am Kupfergraben, Hackescher Markt
Bus: U Museumsinsel

vollständig rollstuhlgeeignet

Der Eingang für Gruppen befindet sich in der James-Simon-Galerie im unteren Foyer (Zugang über den Hof).

Tel 030 - 266 42 42 42 (Mo - Fr, 9 - 16 Uhr)
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