Persisch-arabische Kalligraphien alter ostislamischer Meister

01.11.2005 bis 29.01.2006

Pergamonmuseum

Nicht nur die Offenbarungsschrift des Korans hatte in allen islamischen Ländern die Kalligraphie zur höchst geachteten Kunstform geführt, auch Poesie und Epigraphie weckten die künstlerische Gestaltungskraft großer Meister. Insbesondere in der iranischen Kultur mit ihrem großen höfischen Mäzenatentum spielt die Poesie seit vorislamischer Zeit eine Leitrolle für die ethische Bildung des Menschen. So führten große iranische Kalligraphen neue arabische Schreibstile für das Festhalten von Dichtungen und Epen ein, die mit größter Bewunderung im indisch-islamischen und osmanischen Kulturkreis gesammelt, kopiert und weiter entfaltet wurden. In Ostindien, China und Indonesien wurden später noch weitere neue Stile entwickelt, die zur ungeheuren Mannigfaltigkeit des arabischen Alphabets beitragen.

Berlin besitzt in seinen Sammlungen einige der bedeutendsten Kalligraphien aus diesem Kulturkreis, die einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden sollen. Den Zugang zu den arabisch- und persischsprachigen Kunstwerken für den "Nicht-Leser" öffnet - außer den kurzen Inhaltsangaben - allein die ästhetische Wirkung: die Spannung von Bewegung, Rhythmik und Balance der Schrift auf dem Blatt, die in Führungen kommentiert und gewürdigt werden.