Lebenslauf = Werklauf
Hommage an Joseph Beuys zum 20. Todestag

21.01.2006 bis 23.04.2006

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch Museum & Location Veranstaltungsgesellschaft der Staatlichen Museen zu Berlin mbH.
Die WALL AG ist offizieller Medienpartner der Staatlichen Museen zu Berlin.


Seit der Eröffnung des Hamburger Bahnhofs - Museum für Gegenwart - Berlin 1996 bildet das Werkkonvolut von Joseph Beuys aus den Beständen der Sammlung Marx und der Nationalgalerie einen zentralen Bezugspunkt für die Aktivitäten des Museums. Beuys als einer der großen Visionäre des 20. Jahrhunderts und als Begründer des erweiterten Kunstbegriffs ist richtungweisend für den inhaltlichen Auftrag des Hamburger Bahnhofs, die grenzüberschreitenden Konzepte der späten Moderne zu dokumentieren. Im 20. Todesjahr von Joseph Beuys (12.5.1921 bis 23.1.1986) erinnert die kleine Ausstellung aus den Beständen der Staatlichen Museen zu Berlin an den Künstler, der in seiner kosmopolitischen Utopie einer von der Kunst her gedachten Gesellschaftsveränderung radikal in den Zusammenhang von Kunst und Politik eingetreten ist.

Seit 1996 beherbergt das Museum auch das gemeinsam mit Eva, Wenzel und Jessyka Beuys gegründete Joseph Beuys Medien-Archiv, in dem nahezu alle noch verfügbaren Ton- und Filmdokumente aus dem Werk des Künstlers archiviert werden. In einer zehnbändigen Schriftenreihe veröffentlicht die Nationalgalerie zusammen mit dem Joseph Beuys Estate einige der wichtigsten filmischen Dokumente auf DVD. Es handelt sich dabei um Filme, die zum einen als eigenständige Werke von Joseph Beuys konzipiert wurden und die zum anderen wichtige Aktionen des Künstlers aufzeichnen.

Die Hommage an Joseph Beuys zeigt neben bedeutenden Plakaten aus der Sammlung der Kunstbibliothek u.a. den biografischen Film "Jeder Mensch ist ein Künstler" von Werner Krüger sowie den gerade im 5. Band der Schriftenreihe publizierten Film "Eurasienstab". Anlässlich seiner Teilnahme an dem Fluxus-Festival 1964 in Aachen hatte Beuys erstmals sein Selbstbild in der radikalen Formel "Lebenslauf = Werklauf" gefasst. Damit hat er exemplarisch bezogen auf seine Biografie jeden Lebenszusammenhang als einen der Kunst zugehörigen Gestaltungsprozeß verstanden. Kunst ist für ihn von diesem Zeitpunkt an das Lebensprinzip schlechthin. Die vom Joseph Beuys Medien-Archiv veröffentlichten Filme verdeutlichen eindringlich das Ringen des Künstlers, dieser Vorstellung innerhalb des gesamtgesellschaftlichen Prozesses Relevanz zu verleihen.

Publikationen zu Joseph Beuys im Museumshop:

Joseph Beuys: Eurasienstab
Joseph Beuys: Transsibirische Bahn Gespräch am Strand zu lang
Joseph Beuys: Provokation Lebensstoff der Gesellschaft Kunst und Antikunst, Podiumsdiskussion: Max Bense, Joseph Beuys, Max Bill u.a.
Joseph Beuys: Ja Ja Ja Ja Ja, Nee Nee Nee Nee Nee
Joseph Beuys: The Secret Block für a Secret Person in Ireland, Sammlung Marx