Kult des Künstlers: Im Tempel der Kunst. Die Künstlermythen der Deutschen

01.10.2008 bis 18.01.2009

Alte Nationalgalerie

In der Alten Nationalgalerie werden innerhalb des Ausstellungsreigens zum "Kult des Künstlers" drei Sonderausstellungen gezeigt. "Künstlermythen. Das 19. Jahrhundert" thematisiert einen Reigen zum Selbstverständnis und zu den Bedingtheiten der Künstlerexistenz im 19. Jahrhundert.

Das brüderlich-freundschaftliche Dreierbildnis Thorvaldsens mit den Brüdern Wilhelm und Ridolfo Schadow verdeutlicht exemplarisch einige Aspekte: Die Künstler stehen in idealem Wettstreit untereinander, verweisen auf ihre archäologischen und kunsthistorischen Wurzeln von der Antike übers Mittelalter und die Renaissance, zeigen sich schaffend im Atelier und in Gemeinschaft mit ihren besten Schöpfungen. Selbst- und Freundschaftsbildnisse spielen eine große Rolle, gehören doch die inquisitorische Selbstbefragung und die Organisation in Künstlerbünden zu den zentralen Phänomenen des Kunstsystems.

Man blickt ferner auf die uralten Künstlermythen, auf Apoll als Schutzgott der Kunst und auf Prometheus als archetypisch leidenden Schöpfer, sowie auf die "Erfindung der Malerei". Ferner gehört zum Themenkreis seit jeher die wechselseitige Verflechtung der Künste, die als "Paragone" thematisiert wurde: Malerei und Skulptur stehen ebenso im Wettstreit untereinander, wie in der Malerei Themen und Personen aus Literatur und Musik reflektiert werden.

Caspar David Friedrichs Werke erhellen, in welchem Maße er Isolation und Askese zu Elementen seiner Lebens- und Schaffensweise machte. Mit Adolph Menzels "Fuß des Künstlers" kommt man zur radikalen Ironisierung der Gattung Selbstporträt, und mit Lovis Corinths "Geblendetem Simson" schließt sich der Reigen, denn auch die elementaren Gefahren, die das Schöpferische bedrohen, können nicht ausgespart bleiben.