Kontrast Syrien. Fotografien von Mohamad Al Roumi

29.07.2016 bis 30.10.2016
Pergamonmuseum

Syrien: Zerstörung, Leid, Tod. Würde man heutzutage Deutsche nach Assoziationen mit diesem vom Krieg gebeuteltem Land fragen, wären diese Begriffe als Antwort nicht unwahrscheinlich.

Der syrische Fotograf Mohamad al-Roumi, der ein außerordentliches Lebenswerk über sein Heimatland geschaffen hat, präsentiert nun in seiner Ausstellung „Kontrast Syrien“ im Museum für Islamische Kunst ein anderes Bild: das provinzielle Nordostsyrien der 1990er Jahre mit seiner nomadischen Bevölkerung und die Arbeitsbedingungen in den von Armut betroffenen Vorstädten. Viele der Menschen, die hier ankommen, nennen diese Gegenden Syriens ihr Zuhause.

Mohamad al-Roumi teilt mit dem Betrachter seinen ganz persönlichen Blick auf seine Heimat. Dafür bedient er sich einer ausgefeilten, ästhetischen Sprache. Nichts ist zufällig, sondern scheint eine Essenz der Wirklichkeit zu sein. Er sucht einen speziellen Ausdruck, er lenkt unsere Blicke auf die Schönheit wie die Hässlichkeit der Alltäglichkeiten. Kontemplation spielt in den Fotos eine große Rolle, es ist ihnen anzusehen, dass sie nicht spontan entstanden. Voller Ehrfurcht vor dem Leben porträtiert er Menschen, die trotz oft anstrengender Tätigkeiten große Würde ausstrahlen.

Gerade durch diese persönliche Sichtweise zeigt Mohamad al-Roumi, was Syrien wirklich ist: die Heimat von Menschen verschiedener ethnischer und religiöser Herkunft. Dieser syrische Blick auf das Zuhause weicht von dem aktuell vermittelten Syrienbild ab. Die Bedeutung Syriens für seine Menschen wird dadurch nachvollziehbarer und die eigentliche syrische Lebenswirklichkeit wird spürbarer.

Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Syrien Heritage Archive Project organisiert und vom Auswärtigen Amt unterstützt.

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