Jakob Philipp Hackert
Ideallandschaften der Goethezeit

08.02.2007 bis 01.05.2007

Alte Nationalgalerie

Jakob Philipp Hackert (1737-1807) zählt seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu den gefragtesten Landschaftsmalern Europas. Seit 1768 lebte er in Italien; seine Gemälde und Zeichnungen waren vor allem bei Reisenden und Adel begehrt. Die Ernennung zum Hofmaler König Ferdinands IV. von Neapel 1778 krönte seine Karriere. Er verlor jedoch 1799 infolge der Französischen Revolution seine Stellung und zog sich auf ein Landgut in der Nähe von Florenz zurück. Dort begann er unter dem Einfluss Goethes, den er 1787 kennengelernt hatte, seine Autobiographie und seine kunsttheoretischen Gedanken über die Landschaftsmalerei aufzuschreiben. Goethe redigierte und veröffentlichte diese Materialien 1811 und setzte dem Künstler damit ein Denkmal in Buchform.

Hackerts Überlegungen zur Landschaftskunst orientieren sich an den zeitgenössischen Schriften des Kunsttheoretikers Carl Ludwig Fernow, aber auch an den damals beliebten Englischen Landschaftsgärten. Durch ihre Darlegung hoffte der Künstler, das ihm lästige Prädikat des "Aussichtenmalers" abzustreifen. Seine Gemälde sollten den "großen idealischen Stil" mit der "Wahrheit der Natur" verbinden. Die Zeichnungen belegen seine sorgfältige Naturbeobachtung. In den Gemälden manifestiert sich Hackerts Inbegriff einer vollkommenen, idealen Landschaft, die Wahrhaftigkeit und Schönheit in sich vereinte.

Das Streben nach einem tieferen Verständnis der Natur und ihrer Gesetzmäßigkeiten, die Entfernung von der schematischen Naturwiedergabe und Hinwendung zu stimmungsvollen Szenen verleihen dem Oeuvre Hackerts bis heute seinen Reiz und kündigen die Kunst der Romantik an.

Anlässlich des 200. Todestages des Malers am 28. April 2007 vereint die Kabinettausstellung einige, teilweise seit vielen Jahrzehnten nicht mehr in Berlin gezeigte Gemälde aus der Nationalgalerie mit ausgewählten Zeichnungen des Kupferstichkabinetts sowie Leihgaben der Staatsbibliothek zu Berlin.